Logo-Redesign: Wann ist es Zeit für ein neues Logo?
Ein Logo begleitet einen Betrieb oft Jahrzehnte. Irgendwann passt es nicht mehr: am Handy zu klein, auf dem Fahrzeug unleserlich, zum heutigen Angebot zu eng. Die Frage ist dann, ob es ein neues braucht, oder ob eine Überarbeitung reicht.
16.10.2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Ein Logo-Redesign ist fällig, wenn das Logo im Kleinen oder einfarbig nicht mehr funktioniert, wenn es nicht mehr zum Angebot passt, oder wenn mehrere Varianten durcheinander im Umlauf sind. Meist reicht eine Weiterentwicklung: Die Grundidee bleibt, Schrift, Proportionen und Farben werden überarbeitet. So bleibt der Wiedererkennungswert erhalten. Planen Sie den Umstieg auf allen Werbeträgern gleich mit.
Was Grafikdesign insgesamt leistet und wie ein Logo entsteht, steht in unserem Artikel Grafikdesign vom Profi. Hier geht es um bestehende Logos und die Frage, wann man sie anfasst. Stand: Oktober 2026.
Sechs Anzeichen, dass Ihr Logo eine Überarbeitung braucht
- Es ist im Kleinen unleserlich. Als Profilbild in sozialen Medien, als App-Symbol oder als Browser-Symbol ist ein Logo oft nur wenige Millimeter groß. Feine Linien, kleine Schrift und Details verschwinden dort. Google etwa verlangt für das Symbol in den Suchergebnissen, das Favicon, ein quadratisches Bild und empfiehlt mindestens 48 × 48 Pixel. Es soll das Website-Logo grafisch darstellen (Google Search Central: Favicon). Ein breites Logo mit langem Firmennamen passt da nicht hinein.
- Es funktioniert nur in Farbe. Als Folienschnitt am Schaufenster, als Stempel, als Gravur oder auf einer dunklen Fahrzeugfarbe braucht es eine einfarbige Fassung. Logos mit Verläufen, Schatten oder Fotos lassen sich dafür oft nicht sauber umsetzen.
- Es passt nicht mehr zum Angebot. Das Logo zeigt eine Bohrmaschine, aber der Betrieb macht heute vor allem Planung. Oder der Name enthält einen Ort, an dem Sie längst nicht mehr sind.
- Es gibt mehrere Versionen. Auf der Website eine, auf dem Fahrzeug eine zweite, auf der Rechnung eine dritte. Meist, weil nie festgelegt wurde, welche gilt, oder weil die Originaldatei fehlt.
- Es wirkt sichtbar alt. Schriften und Stilmittel haben ihre Zeit. Das ist allein kein Grund für einen Neuanfang, aber ein Anlass, genauer hinzusehen.
- Es gibt nur ein Pixelbild. Wer für jede Drucksorte nach einer brauchbaren Datei suchen muss, hat ein Problem, das ein Redesign gleich mitlöst: Am Ende stehen saubere Vektordateien für alle Anwendungen.
Weiterentwickeln oder neu machen?
Das ist die wichtigste Entscheidung. Unsere Faustregel: Weiterentwickeln, solange die Grundidee trägt. Kunden haben Ihr Logo über Jahre gesehen, auf dem Fahrzeug, am Schild, auf der Rechnung. Diese Wiedererkennung ist ein Wert, den man nicht leichtfertig aufgibt.
Eine Weiterentwicklung kann bedeuten:
- eine klarere, besser lesbare Schrift für den Firmennamen,
- vereinfachte Formen, Verzicht auf Schatten und Verläufe,
- leicht angepasste Farben, die auf Bildschirm, Papier und Folie gleich wirken,
- ein eigenes Kurzzeichen für kleine Anwendungen, etwa das Symbol oder die Initialen allein,
- festgelegte Varianten: farbig, einfarbig, hell auf dunkel, quer und hoch.
Ein kompletter Neuanfang lohnt sich, wenn sich der Betrieb grundlegend verändert hat: ein neuer Name, eine Fusion, eine neue Ausrichtung, oder wenn das alte Logo so wenig bekannt ist, dass kaum Wiedererkennung verloren geht.
Lesbarkeit und Kontrast
Interessant ist ein Detail aus den Richtlinien für barrierefreie Websites, den WCAG: Für Text, der Teil eines Logos oder Markennamens ist, gilt dort keine Kontrastanforderung, für normalen Text dagegen mindestens 4,5 zu 1 (W3C: WCAG 2.2, Kontrast). Das heißt aber nicht, dass Kontrast beim Logo egal ist. Im Gegenteil: Ein Logo, das auf dem Fahrzeug aus 20 Metern oder am Handy auf einem Daumennagel erkannt werden soll, braucht kräftige Formen und klaren Kontrast. Wir prüfen Logos deshalb immer in den Größen und auf den Untergründen, auf denen sie später erscheinen.
So läuft ein Logo-Redesign ab
- Bestandsaufnahme: Wo kommt das Logo überall vor? Welche Versionen gibt es, welche Dateien?
- Ziel klären: Was soll das Logo leisten, was funktioniert heute nicht? Ein kurzes Briefing reicht.
- Entwürfe: zwei, drei Richtungen, von behutsam bis mutiger, immer im Einsatz gezeigt: auf Fahrzeug, Schild, Website, Visitenkarte.
- Ausarbeitung: Feinschliff an Schrift und Abständen, Farben für Druck, Bildschirm und Folie, alle Varianten.
- Übergabe: Dateien in allen nötigen Formaten und eine kurze Anleitung, wie das Logo eingesetzt wird.
- Umstellung: nach einem Plan, damit nicht monatelang altes und neues Logo nebeneinander auftauchen.
Der Umstieg: alle Stellen auf einmal denken
Das neue Logo ist schnell fertig, der Umstieg dauert länger. Machen Sie eine Liste aller Stellen: Website, Favicon, Google-Profil, Social-Media-Profile, E-Mail-Signatur, Briefpapier, Visitenkarten, Rechnungsvorlage, Schild, Schaufenster, Fahrzeugbeschriftung, Arbeitskleidung, Stempel, Verpackungen. Digitale Stellen lassen sich an einem Tag umstellen. Bei Drucksorten genügt es oft, die Restbestände aufzubrauchen. Schild und Fahrzeug sind die sichtbarsten Stellen und sollten nicht zu lange auf sich warten lassen.
Wichtig ist, dass am Ende wieder überall dasselbe Logo steht. Wie man ein Erscheinungsbild einheitlich hält, steht im Artikel Was bringt ein Corporate Design?
Ein Installateur mit drei Logos
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Installationsbetrieb, gegründet in den 1990ern, hat ein Logo mit einem stilisierten Wasserhahn, einem Farbverlauf und dem Firmennamen in einer schmalen Schrift. Auf der Website steht eine Version ohne Verlauf, auf den Fahrzeugen eine ältere mit anderem Blau, auf den Rechnungen ein unscharfes Bild. Als Profilbild auf Instagram ist der Name nicht lesbar.
Das Redesign behält den Wasserhahn als Grundidee, vereinfacht ihn aber zu einer klaren Form. Der Name bekommt eine kräftigere Schrift, der Verlauf weicht einem einzigen, festgelegten Blau. Neu ist ein Kurzzeichen, nur der Wasserhahn, für Profilbild und Favicon. Die Fahrzeuge werden bei der nächsten Beschriftung umgestellt, die Website am selben Tag. Stammkunden erkennen den Betrieb sofort wieder.
Aus unserer Sicht
Viele Betriebe warten zu lange, weil sie fürchten, mit einem neuen Logo ihre Bekanntheit zu verlieren. Das Risiko ist bei einer behutsamen Weiterentwicklung klein. Größer ist oft der Schaden durch ein Logo, das auf dem Handy nicht lesbar ist oder in drei Versionen herumschwirrt. Wir gestalten Logos und setzen sie gleich auf Schild, Fahrzeug und Website um. So sehen wir früh, ob ein Entwurf überall funktioniert. Mehr unter Corporate Design & Logo.
Checkliste: Braucht Ihr Logo ein Redesign?
- Ist es als Profilbild und Browser-Symbol noch erkennbar?
- Gibt es eine einfarbige Fassung für Folie, Stempel und Gravur?
- Passt es noch zu Ihrem heutigen Angebot und Namen?
- Ist überall dieselbe Version im Einsatz?
- Haben Sie Vektordateien in allen nötigen Formaten?
- Wenn ja zum Redesign: Gibt es eine Liste aller Stellen, an denen das Logo umgestellt werden muss?
Mehr zum Thema: Wenn sich nicht nur das Logo, sondern der ganze Auftritt ändern soll, hilft der Artikel Rebranding: Ablauf, Kosten, Risiken.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass mein Logo ein Redesign braucht?
Typische Anzeichen sind: Das Logo ist im Kleinen nicht mehr lesbar, etwa als Profilbild oder Browser-Symbol. Es funktioniert nur in Farbe, nicht einfarbig auf Folie oder Stempel. Es zeigt Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten. Oder es existieren mehrere Varianten nebeneinander, weil nie festgelegt wurde, welche gilt.
Soll ich mein Logo komplett neu machen oder nur überarbeiten?
Meist ist eine Überarbeitung besser: Schrift, Proportionen und Farben werden modernisiert, die Grundidee bleibt. So erkennen Stammkunden Ihren Betrieb weiterhin wieder. Ein kompletter Neuanfang lohnt sich vor allem, wenn sich der Betrieb grundlegend verändert hat, etwa durch einen neuen Namen, eine Fusion oder eine völlig andere Ausrichtung.
Was muss nach einem Logo-Redesign alles geändert werden?
Alles, was das Logo trägt: Website und Favicon, Google-Profil und Social-Media-Profile, Geschäftsdrucksorten, E-Mail-Signatur, Schilder, Fahrzeugbeschriftung, Arbeitskleidung, Stempel und Verpackungen. Eine Liste aller Stellen und ein Plan, in welcher Reihenfolge sie umgestellt werden, gehören deshalb zu jedem Redesign.
Ihr Logo passt nicht mehr?
Wir sehen es uns an und sagen Ihnen ehrlich, ob eine Überarbeitung reicht.
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