Lochfolie: Werbung auf Schaufenster und Heckscheibe, mit Durchblick von innen
Von außen ein vollflächiges Motiv, von innen bleibt die Sicht nach draußen weitgehend erhalten – solange draußen mehr Licht ist als drinnen. Was vor der Bestellung zu klären ist.
18.09.2026 · 9 Min. Lesezeit
Ein Schaufenster ist die Werbefläche, die ein Geschäft ohnehin bezahlt. Es ist zugleich die heikelste. Zugeklebt ist die Auslage weg und der Raum dahinter dunkel. Leer gelassen steht die Marke nirgends.
Genau dazwischen sitzt die Lochfolie: Von außen sehen Passanten ein vollflächiges Motiv, von innen bleibt die Sicht nach draußen weitgehend erhalten. Eine Bedingung hat der Effekt aber, und die hängt am Licht.
Die Angaben stammen aus den Verarbeitungsrichtlinien mehrerer Markenhersteller, Stand September 2026. Steht im Datenblatt Ihrer Folie etwas anderes, gilt das Datenblatt.
Was ist Lochfolie?
Lochfolie ist eine selbstklebende, perforierte Folie, meist mit weißer, bedruckbarer Vorderseite und schwarzer Rückseite; für Sonderfälle gibt es andere Rückseiten. Dazwischen sitzt ein regelmäßiges Raster aus Löchern. Bedruckt wird die weiße Seite. Im Handel läuft dasselbe Material auch unter „perforierte Fensterfolie“, „perforierte Folie“ oder „Durchsichtfolie“.
Der Lochdurchmesser liegt üblicherweise bei 1,5 mm, für feinere Motive gibt es Varianten mit 1,0 mm. Beim Perforationsverhältnis sind 50/50, 60/40, 70/30 und 80/20 verbreitet; für Schaufenster im Handel nennen die Hersteller 70/30 als übliche Wahl, 60/40 als Allrounder.
Eine Sache stiftet Verwirrung: Manche Hersteller nennen im Datenblatt den Anteil der bedruckbaren Fläche, andere den offenen Anteil. Hinter derselben Zahl stehen also zwei verschiedene Größen.
Warum man von innen hinaussieht und von außen nicht herein
Dafür sorgt das Licht. Von innen schaut das Auge durch die Löcher ins Helle, die weiße Fläche daneben tritt zurück. Von außen liegt das bedruckte Motiv im Licht, und hinter den Löchern steht die schwarze Rückseite. Die Lochung verschwindet, das Motiv wirkt geschlossen.
Je größer der offene Anteil, desto mehr Licht und Durchsicht bleiben innen und desto schwächer wirkt das Bild außen. Je kleiner er ist, desto kräftiger das Motiv und desto dunkler der Raum dahinter.
Jetzt die Einschränkung, die vor der Bestellung zählt: Der Effekt funktioniert nur, solange es draußen heller ist als drinnen. Abends, wenn im Geschäft das Licht brennt und die Straße dunkel liegt, kehrt er sich um. Das Motiv wirkt ausgewaschen, und von außen sieht man herein. Lochfolie ist deshalb kein Sichtschutz. Wer blickdicht will, ist mit einer Milchglas- oder Satinat-Optik besser bedient.
Wo perforierte Folie passt und wo nicht
Schaufenster, Glastür, Glasfassade
Als typische Anwendung nennen die Hersteller Schaufenster und Gebäudeverglasung, Glastüren und Glaswände. Dort bringt es am meisten: große Glasflächen, die als Werbeträger arbeiten, ohne dass der Raum dahinter zum Bunker wird. Wie eine solche Fläche gestaltet sein muss, damit sie aus der Entfernung gelesen wird, steht in Aufkleber, die man nicht übersieht.
Heckscheibe und Fahrzeugverglasung
Heck- und Seitenscheiben von Fahrzeugen sind der zweite klassische Einsatz. Heckscheiben sind allerdings meist beheizt. Ob eine Folie darauf darf, steht im Datenblatt – manche Produkte schließen Scheiben mit Heizelementen, Defroster oder Wischerbereich aus. Wir klären das vor der Bestellung am konkreten Fahrzeug.
Für Österreich gilt:
- Laut § 7a Abs. 3 KDV 1967 ist das Anbringen von Lochfolien auf Seitenscheiben ab der zweiten Sitzreihe nach hinten, auf der Heckscheibe und auf Dachfenstern zulässig.
- § 7a Abs. 2 KDV 1967 schließt das nachträgliche Bekleben der Windschutzscheibe aus.
- Nach § 7a Abs. 4 KDV 1967 muss ein Fahrzeug mit Lochfolie auf der Heckscheibe oder den hinteren Seitenscheiben über zwei Hauptrückspiegel der Klasse III oder II gemäß Richtlinie 2003/97/EG verfügen.
- Scheibenfolien sind genehmigungspflichtige Teile; eine in einem EU-Mitgliedstaat erteilte Typengenehmigung genügt. Laut § 7a Abs. 1 KDV 1967 muss das Genehmigungszeichen bei angebrachter Folie sichtbar sein.
Zitiert ist die im September 2026 geltende Fassung. Das ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung: Bei Fahrzeugen ohne zweite Sitzreihe, etwa Kastenwagen, entscheidet im Zweifel die Behörde oder die Begutachtungsstelle. Achten Sie darauf, dass die verwendete Folie ein Genehmigungszeichen trägt und dieses sichtbar bleibt. Auch die Folienhersteller verweisen auf nationale Vorschriften und auf die Verantwortung des Anwenders. Mehr dazu auf unserer Seite zur Fahrzeugbeschriftung.
Wo wir abraten oder vorher prüfen
Auf beschichtetem Glas, also entspiegelt, selbstreinigend oder kratzfest, empfehlen die Hersteller die Folie nicht: Beim Entfernen kann die Beschichtung Schaden nehmen. Welches Glas verbaut ist, weiß der Glaser oder Fensterbauer.
Ein zweiter Punkt ist die Wärme: Große, dunkle oder stark deckende Motive auf sonnenexponiertem Glas erhöhen die Wärmeaufnahme, und bei Isolierglas kann das über thermische Spannungen bis zum Glasschaden führen. Fragen Sie deshalb vorher beim Glaser nach.
Laminat, Haltbarkeit und Reinigung
„Lochfolie muss immer laminiert werden“ hält sich hartnäckig, stimmt aber nicht: Es hängt vom Produkt ab. Ein Teil der Hersteller schreibt für Außenanwendungen ein Schutzlaminat vor, weil sich sonst Feuchtigkeit in der Perforation sammelt; andere halten es für typische Anwendungen nicht für erforderlich. Für Fahrzeuggrafiken raten die Verarbeitungsrichtlinien zusätzlich zu einem Kantenversiegelungsband.
Eine allgemeingültige Jahreszahl gibt es nicht, und die geprüften Datenblätter liegen weit auseinander: Ein Hersteller nennt vier Jahre für die unbedruckte Folie an senkrechtem Glas in mitteleuropäischem Klima, ein anderer drei bis zehn Jahre je nach Produkt. Maßgeblich ist die Angabe genau jener Folie, die verklebt wird – fragen Sie den Wert gleich bei der Anfrage ab.
Beim Reinigen zählt der Anfang: nach der Montage mindestens 24 Stunden warten, der Kleber braucht Zeit für die Endhaftung; die genaue Wartezeit steht im Datenblatt. Danach milde Seifenlauge und ein weiches Tuch, Schmutz in den Löchern kommt mit einer weichen Bürste heraus. Für die Pflege ab diesem Zeitpunkt gilt: keine Lösemittel, auch kein Alkohol und kein Ammoniak. Kein Hochdruckreiniger, nichts Scheuerndes. Bei Fahrzeugen heißt das: keine Bürstenwaschanlage, Handwäsche mit Abstand zur Düse.
Lochfolie anbringen: was an der Perforation hängt
Der größte Unterschied zu einem gewöhnlichen Aufkleber: Die von uns geprüften Verarbeitungsrichtlinien sehen für perforierte Folie ausnahmslos die trockene Verklebung vor. Nass verkleben fällt aus, weil Wasser in den Löchern hängen bleibt und die Durchsicht stört.
Die Oberfläche muss sauber und fettfrei sein, sonst klebt die Folie auf dem Putzmittel statt auf dem Glas. Gereinigt wird gründlich und zuletzt mit Seifenwasser, danach abspülen und trocknen lassen. Verklebt wird erst ab der Mindesttemperatur aus dem Datenblatt, häufig ab +10 °C, gemessen an Folie und Untergrund. Und die Folie endet auf dem Glas, nicht über Dichtungen oder Glaskanten.
Auf beheizten Heckscheiben und beschichtetem Glas ziehen Sie die Folie nicht selbst ab – Heizdrähte, Antennenleiter und Beschichtungen können mitreißen. Fragen Sie in dem Fall vorher bei uns nach. Sonst gilt: Zum Entfernen heben Sie die Folie an einer oberen Ecke an und ziehen sie unter Spannung ab. Ob Wärme dabei hilft oder schadet, sagt das Datenblatt. Wollen Sie nicht selbst kleben, übernimmt unser Werbetechnik-Team die Montage. Folien auf Glasflächen im Überblick: Folientechnik.
Druckdaten, Motiv und Größe
Messen Sie die Scheibe nach. Gefragt ist das freie Glasmaß bis zur Halterung, nicht das Außenmaß des Rahmens. Bei breiten Schaufenstern entscheidet die Druckbreite über die Zahl der Bahnen.
Das Motiv gehört grob angelegt. Die Lochung nimmt jedem Druckbild einen Teil der Fläche weg. Große Formen, klare Kanten und hoher Kontrast setzen sich durch, Haarlinien und kleine Schrift leiden. Für feine Motive gibt es die kleinere Lochung.
Ihre Druckdaten schauen wir uns vor dem Drucken an, der Datencheck kostet nichts. Reiner Technik-Check: Format, Auflösung, Beschnitt, Konturlinie, Weiß-Ebene und Druckrichtung innen oder außen. Inhalt und Rechtschreibung prüfen wir nicht. Entscheidend ist die Klebeseite. Soll das Motiv innen an die Scheibe, liefern Sie die Datei seitenrichtig und geben „innen“ an. Gespiegelt wird bei uns. Ob eine perforierte Folie für die Innenverklebung vorgesehen ist, sagt das Datenblatt.
Perforierte Folie oder geplotteter Schriftzug?
Nicht jede Scheibe braucht eine perforierte Folie. Ein geplotteter Schriftzug bringt Name, Logo und Öffnungszeiten aufs Glas und lässt den Rest der Scheibe, wie er ist. Er kostet keine Durchsicht, trägt aber keine Bildfläche. Wer ein Foto oder eine durchgehende Farbfläche will, kommt an der Perforation nicht vorbei.
Zwei weitere Wege gibt es: transparente Folie mit Weißdruck, wenn das Motiv deckend wirken soll, und Milchglas- oder Satinat-Optik, wenn es um Sichtschutz geht. Am Ende zählen zwei Fragen: Wie viel Fläche soll das Motiv einnehmen, und wie viel Durchsicht muss bleiben?
Wenn die Aktionsfläche über die ganze Front soll
Der Fall ist konstruiert, fasst aber typische Anfragen zusammen. Ein Geschäftslokal mit großer Schaufensterfront will eine Aktionsfläche über die ganze Scheibe. Hell soll es drinnen trotzdem bleiben, und hereinschauen sollen die Leute auch noch.
Vollflächige Folie scheidet aus, ein geplotteter Schriftzug trägt das Motiv nicht. Damit bleibt die perforierte Fensterfolie. Der Fall kippt an der Beleuchtung: Am Abend brennt innen das Licht, und die Fläche wirkt anders als am Vormittag. Deshalb wird sie nicht über die gesamte Front gezogen, sondern sitzt dort, wo sie tagsüber von der Straße gelesen wird. Vorher geklärt wurde außerdem der Glasaufbau; bei Isolierglas entscheidet der Glaser mit.
Bei Lochfolie zuerst das Licht
Lochfolie verkauft man nicht über die Löcher, sondern über das Licht. So halten wir es, seit es die Firma gibt, also seit 2017, und unser Gründer mit über 30 Jahren in der Branche schon länger.
Wer nur auf das Perforationsverhältnis schaut, beantwortet die falsche Frage. Entscheidend ist, wie hell es auf welcher Seite der Scheibe ist und wann die Fläche wirken soll. Planen lässt sich das, allerdings nur vor der Bestellung.
Fazit: Durchsicht und Werbewirkung abwägen
Werbewirkung außen und Durchsicht innen stehen bei diesem Material direkt gegeneinander. Wer vorher abwägt, bekommt beides in einem brauchbaren Verhältnis. Drei Punkte klären Sie vor der Bestellung:
- Licht: Wann soll die Fläche wirken, und wie hell ist es abends dahinter?
- Scheibe: Isolierglas, beschichtet, beheizt? Wie groß ist das freie Glasmaß?
- Produkt: Was sagt das Datenblatt zu Laminat, Haltbarkeit und Innenverklebung?
Schreiben Sie uns, welche Scheibe es ist und von wo das Motiv gelesen werden soll: Kontakt. Lochfolie planen wir mit Ihnen; Standardaufkleber nach Maß laufen über unseren Shop koeck-print.at.
Häufige Fragen
Kann ich durch Lochfolie noch hinaussehen?
Ja. Von innen, also von der schwarzen Rückseite aus, bleibt der Blick nach draußen weitgehend erhalten. Wie viel davon, hängt vom offenen Anteil ab: Je größer er ist, desto mehr Licht und Durchsicht bleiben innen, desto schwächer wirkt das Motiv außen. Der Effekt gilt nur, solange es draußen heller ist als drinnen.
Braucht Lochfolie ein Schutzlaminat?
Nicht immer, das hängt vom Produkt ab. Ein Teil der Hersteller schreibt für Außenanwendungen laut Datenblatt ein Schutzlaminat vor, weil sich sonst Feuchtigkeit in der Perforation sammelt. Andere halten es für typische Anwendungen nicht für erforderlich. Für Fahrzeuggrafiken raten die Verarbeitungsrichtlinien zusätzlich zu einem Kantenversiegelungsband. Maßgeblich bleibt das Datenblatt der konkreten Folie.
Kann man Lochfolie nass kleben?
Nein. Die von uns geprüften Verarbeitungsrichtlinien sehen ausnahmslos die trockene Verklebung vor, weil Wasser in den Löchern hängen bleibt und die Durchsicht stört. Die Scheibe muss vorher sauber und entfettet sein, verklebt wird erst ab der Mindesttemperatur aus dem Datenblatt, häufig ab +10 °C.
Schaufenster oder Heckscheibe im Blick?
Sagen Sie uns, welche Scheibe es ist und von wo das Motiv gelesen werden soll. Wir beraten Sie zu Folie, Perforationsgrad und Montage.
Kontakt aufnehmen