Das perfekte Design-Briefing: So bekommen Sie, was Sie wollen
„Machen Sie mal was Modernes“ ist kein Briefing. Je klarer Sie sagen, was Sie brauchen, desto näher liegt schon der erste Entwurf an dem, was Sie sich vorstellen. Und desto weniger Korrekturschleifen kostet das Projekt.
17.10.2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Ein gutes Design-Briefing beantwortet auf einer Seite: Was soll gestaltet werden, wozu, für wen, mit welcher Kernbotschaft, mit welchen Pflichtelementen, für welche Formate, bis wann, in welchem Rahmen, und wer entscheidet. Dazu Beispiele, die Ihnen gefallen oder nicht gefallen, und klare No-Gos. Das spart Korrekturschleifen und führt schneller zu einem Ergebnis, mit dem Sie zufrieden sind.
Wie ein Gestaltungsprojekt insgesamt abläuft, steht im Artikel Grafikdesign vom Profi. Stand: Oktober 2026.
Warum das Briefing so viel entscheidet
Gestalter können gut gestalten, aber keine Gedanken lesen. Fehlen Informationen, füllen sie die Lücken mit Annahmen. Manche treffen, manche nicht. Jede falsche Annahme kostet eine Korrekturschleife, und nach drei Schleifen ist meist nicht nur Zeit verloren, sondern auch die Freude am Projekt. Ein gutes Briefing ist deshalb die billigste Qualitätssicherung, die es gibt.
Die zehn Punkte eines guten Briefings
- Aufgabe: Was genau soll entstehen? Ein Flyer, ein Logo, eine Fahrzeugbeschriftung, eine Broschüre mit zwölf Seiten?
- Ziel: Was soll es bewirken? Mehr Anfragen, ein neues Angebot bekannt machen, einen professionelleren Eindruck?
- Zielgruppe: Wer soll es sehen und darauf reagieren? Privatkunden in der Region, Hausverwaltungen, Bewerber?
- Kernbotschaft: Was soll hängen bleiben, wenn jemand nur einen Satz mitnimmt?
- Inhalte und Pflichtelemente: Texte, Bilder, Logo, Kontaktdaten, QR-Code, Pflichtangaben. Was schon vorhanden ist, was noch fehlt, und wer es liefert.
- Formate und Einsatzorte: Wo und in welcher Größe wird es verwendet? Druck, Website, Social Media, Fahrzeug, Schild?
- Vorgaben: Gibt es ein Erscheinungsbild mit Farben, Schriften und Regeln? Dann gehört es ins Briefing, am besten als Styleguide.
- Beispiele und No-Gos: Was gefällt Ihnen, was auf keinen Fall? Zwei, drei Beispiele mit einem Satz, warum, sagen mehr als jede Beschreibung.
- Zeitrahmen: Bis wann wird es gebraucht, und gibt es feste Termine wie Messe, Eröffnung oder Druckschluss?
- Rahmen und Entscheidung: Welcher Budgetrahmen steht zur Verfügung, und wer gibt am Ende frei?
Beispiele: zeigen statt beschreiben
Wörter wie „modern“, „edel“ oder „frisch“ versteht jeder anders. Beispiele lösen das Problem. Sammeln Sie ein paar Logos, Websites, Fahrzeuge oder Drucksachen, die Ihnen gefallen, und schreiben Sie zu jedem einen Satz: Was genau gefällt Ihnen daran? Die Farbe, die Ruhe, die Schrift, die Bildsprache? Genauso hilfreich sind Beispiele, die Ihnen nicht gefallen. Und die Auftritte Ihrer Mitbewerber, damit klar ist, wovon Sie sich abheben wollen.
Typische Fehler im Briefing
- Lösung statt Ziel: „Machen Sie das Logo größer“ statt „Kunden erkennen uns auf dem Fahrzeug nicht“. Das Ziel lässt Raum für bessere Lösungen.
- Alles ist wichtig: Wenn zehn Botschaften gleich wichtig sind, kommt keine an.
- Inhalte fehlen: Gestaltung mit Platzhaltertext muss später oft umgebaut werden, wenn die echten Texte kommen.
- Zu viele Entscheider: Wenn am Ende fünf Personen mitreden, die das Briefing nicht kannten, beginnt das Projekt von vorne.
- Kein Budgetrahmen: Ohne Rahmen kann niemand einschätzen, ob drei Entwürfe oder einer, Fotoshooting oder Archivbild.
Nach dem Briefing: das Gespräch
Ein schriftliches Briefing ist die Grundlage, das Gespräch macht es vollständig. Ein guter Gestalter stellt Rückfragen, hinterfragt Annahmen und schlägt vielleicht einen anderen Weg vor. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Zeichen dafür, dass die Aufgabe verstanden wurde. Halten Sie die Ergebnisse kurz fest, damit beide Seiten vom Gleichen ausgehen.
Feedback auf Entwürfe
Das Briefing hilft auch später: Messen Sie Entwürfe nicht am Geschmack, sondern an den Zielen aus dem Briefing. Spricht der Entwurf die Zielgruppe an? Ist die Kernbotschaft sofort klar? Funktioniert er an den geplanten Einsatzorten? Gutes Feedback beschreibt das Problem, nicht die Lösung: „Die Telefonnummer geht unter“ hilft mehr als „Machen Sie die Nummer rot“.
Ein Beispiel
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Fliesenleger braucht einen Flyer für eine Hausmesse. Das erste Briefing lautet: „Etwas Schönes mit unseren Leistungen.“ Nach dem Ausfüllen der zehn Punkte steht fest: Ziel sind Termine für Badsanierungen, Zielgruppe sind Hausbesitzer im Umkreis, die Kernbotschaft lautet „Ihr neues Bad aus einer Hand, mit festem Ansprechpartner“. Pflicht sind Logo, Telefonnummer, QR-Code zur Terminbuchung und drei Fotos echter Bäder. No-Go: Archivbilder. Der erste Entwurf passt fast auf Anhieb.
Aus unserer Sicht
Viele unserer Projekte beginnen mit einem Gespräch statt mit einem fertigen Briefing, und das ist völlig in Ordnung. Wir gehen die Punkte gemeinsam durch und schreiben das Briefing danach zusammen auf. So weiß jeder, woran Entwürfe gemessen werden. Mehr zu unserer Arbeit unter Corporate Design & Logo und Leistungen. Wenn es um das große Ganze geht, hilft der Artikel Corporate Identity vs. Corporate Design.
Checkliste: Ihr Briefing
- Ist die Aufgabe konkret beschrieben?
- Ist das Ziel klar, nicht nur die gewünschte Lösung?
- Ist die Zielgruppe benannt?
- Gibt es eine einzige Kernbotschaft?
- Sind alle Inhalte und Pflichtelemente vorhanden oder zugeordnet?
- Sind Formate und Einsatzorte bekannt?
- Gibt es Beispiele mit Begründung, und klare No-Gos?
- Sind Termin, Budgetrahmen und Entscheider festgelegt?
Häufige Fragen
Was ist ein Design-Briefing?
Ein Briefing ist die schriftliche Aufgabenbeschreibung für ein Gestaltungsprojekt. Es hält fest, was gestaltet werden soll, wozu, für wen, mit welchen Inhalten, in welchem Rahmen und bis wann. Es ist die gemeinsame Grundlage, an der Entwürfe später gemessen werden.
Was gehört in ein gutes Briefing?
Ziel des Projekts, Zielgruppe, die wichtigste Botschaft, Pflichtelemente wie Logo und Kontaktdaten, Formate und Einsatzorte, Beispiele, die gefallen oder nicht gefallen, No-Gos, Zeitrahmen, Budgetrahmen und wer am Ende entscheidet.
Wie lang sollte ein Briefing sein?
Für die meisten Projekte reicht eine Seite. Wichtiger als die Länge ist, dass die entscheidenden Fragen beantwortet sind. Ein kurzes Gespräch zum Briefing klärt dann, was offen bleibt.
Sie haben ein Projekt, aber noch kein Briefing?
Wir klären die wichtigen Fragen gemeinsam in einem kurzen Gespräch.
Kontakt aufnehmen