Styleguide erstellen: Markenrichtlinien, die genutzt werden
Viele Styleguides sind dick, schön gestaltet und liegen ungelesen in einem Ordner. Ein guter Styleguide ist das Gegenteil: kurz, konkret und so gebaut, dass jeder, der etwas für Ihren Betrieb gestaltet, druckt oder beschriftet, sofort findet, was er braucht.
17.10.2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Ein Styleguide hält fest, wie Ihr Erscheinungsbild angewendet wird. Praxistauglich ist er, wenn er kurz ist und genau die Angaben enthält, die Gestalter, Druckereien, Beschrifter und Ihre Mitarbeiter brauchen: Logo-Varianten mit Regeln, Farbwerte für Druck, Bildschirm und Folie, Schriften, Bildregeln, Beispiele und den Ort der Originaldateien. Kurz und genutzt schlägt dick und vergessen.
Was ein Corporate Design insgesamt bringt, steht im Artikel Was bringt ein Corporate Design? Hier geht es um das Werkzeug, das es im Alltag zusammenhält. Stand: Oktober 2026.
Wozu ein Styleguide gut ist
Ein Erscheinungsbild wird selten von einer einzigen Person umgesetzt. Die Website macht eine Agentur, die Visitenkarten eine Druckerei, die Fahrzeugbeschriftung ein Werbetechniker, das Angebot schreibt die Büroleitung. Ohne gemeinsame Grundlage entsteht an jeder Stelle eine eigene Version: ein anderes Blau, ein gestauchtes Logo, eine Ersatzschrift. Der Styleguide verhindert das, indem er die Entscheidungen einmal festhält.
Was hineingehört
Logo
- Alle Varianten: farbig, einfarbig, hell auf dunkel, quer und hoch, gegebenenfalls ein Kurzzeichen.
- Schutzzone: der freie Raum rund um das Logo, in den nichts hineinragen darf.
- Mindestgröße: wie klein das Logo werden darf, für Druck und Bildschirm getrennt.
- Verbote mit Beispielen: nicht verzerren, nicht umfärben, nicht auf unruhigen Hintergrund, keine Effekte.
Farben
Hier scheitern die meisten Styleguides, weil nur ein einziger Wert angegeben ist. Dieselbe Farbe braucht unterschiedliche Angaben, je nachdem, wo sie erscheint:
- Druck: CMYK-Werte für den Vierfarbdruck, bei Bedarf eine Sonderfarbe aus einem Farbfächer für besonders genaue Farbtreue.
- Bildschirm: RGB- und Hex-Werte für Website, Präsentationen und soziale Medien.
- Folie: der passende Folienfarbton für geplottete Beschriftungen auf Fahrzeug, Schild und Schaufenster, denn Folien gibt es nur in bestimmten Farbtönen.
Legen Sie fest, welcher Wert der Bezug ist, und prüfen Sie die Umsetzungen nebeneinander: Ein Blau, das am Bildschirm, auf Papier und auf der Folie gleich wirken soll, braucht in jedem Medium einen eigenen, abgestimmten Wert.
Schriften
- Welche Schrift für Überschriften, welche für Text, in welchen Stärken.
- Ersatzschriften für Office-Dokumente und E-Mails, wenn die Hausschrift dort nicht verfügbar ist.
- Grundgrößen und Abstände für die wichtigsten Anwendungen.
Mehr zur Schriftwahl im Artikel Typografie.
Bilder und Grafiken
- Welche Art von Fotos: echte Mitarbeiter und Projekte oder Symbolbilder, hell oder stimmungsvoll, Menschen oder Details.
- Was vermieden wird, etwa beliebige Archivbilder.
- Wie Symbole und Grafiken aussehen, wenn sie verwendet werden. Mehr dazu im Artikel Infografiken.
Sprache
Eine halbe Seite reicht: Sie oder Du, wie Sie sich selbst nennen, welche Begriffe Sie verwenden und welche nicht. Das sorgt dafür, dass Website, Angebot und Social Media nach demselben Betrieb klingen. Warum das zusammengehört, erklärt der Artikel Corporate Identity vs. Corporate Design.
Beispiele
Fertige Anwendungen sagen mehr als Regeln: Visitenkarte, Briefpapier, eine Website-Seite, ein Fahrzeug, ein Social-Media-Beitrag. Wer etwas Neues gestaltet, orientiert sich daran.
Dateien und Ansprechpartner
Wo liegen die Originaldateien, in welchen Formaten, und wer ist zuständig, wenn Fragen auftauchen? Ohne diese Angabe beginnt die Suche nach „dem Logo in gut“ bei jedem Auftrag von vorne.
Damit der Styleguide genutzt wird
- Kurz halten: lieber wenige klare Seiten als ein dickes Handbuch.
- Als PDF und an einem festen Ort: zusammen mit den Logo- und Vorlagendateien, leicht weiterzugeben.
- Vorlagen statt Regeln: Briefpapier, Angebotsvorlage, Präsentation und Social-Media-Vorlagen, in denen die Regeln schon stecken. Was vorbereitet ist, wird richtig gemacht.
- Bei jedem Auftrag mitschicken: an Druckerei, Webagentur, Beschrifter, Messebauer.
- Pflegen: Wenn sich etwas ändert, wird der Styleguide angepasst, mit Datum. Sonst kursieren alte Fassungen.
Ein Beispiel
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Gartenbaubetrieb hat ein schönes Logo, aber sein Grün sieht überall anders aus: am Fahrzeug fast türkis, auf den Visitenkarten olivgrün, auf der Website knallig. Jeder Dienstleister hat den Farbwert aus einer anderen Datei abgelesen. Der neue Styleguide hat sechs Seiten. Auf einer davon steht das Grün mit abgestimmten Werten für Druck, Bildschirm und Folie, daneben Fotos der drei Umsetzungen nebeneinander. Beim nächsten Auftrag passt es.
Aus unserer Sicht
Weil wir Erscheinungsbilder nicht nur gestalten, sondern auch drucken und als Folie auf Fahrzeuge und Schilder bringen, wissen wir, welche Angaben in der Produktion wirklich gebraucht werden. Ein Styleguide ohne Folienfarbton oder ohne einfarbige Logofassung führt dort zuverlässig zu Rückfragen. Wir erstellen Styleguides deshalb so, dass auch fremde Dienstleister damit sofort arbeiten können. Mehr unter Corporate Design & Logo. Den Gesamtrahmen beschreibt der Artikel Grafikdesign vom Profi.
Checkliste: Ihr Styleguide
- Sind alle Logo-Varianten mit Schutzzone und Mindestgröße beschrieben?
- Haben Ihre Farben Werte für Druck, Bildschirm und Folie?
- Sind Schriften und Ersatzschriften festgelegt?
- Gibt es Regeln und Beispiele für Bilder?
- Gibt es fertige Vorlagen für die häufigsten Anwendungen?
- Steht drin, wo die Originaldateien liegen und wer zuständig ist?
- Trägt der Styleguide ein Datum und ist er aktuell?
Häufige Fragen
Was gehört in einen Styleguide?
Die Grundausstattung: Logo mit allen Varianten, Schutzzone und Mindestgröße, die Farben mit ihren Werten für Druck, Bildschirm und Folie, die Schriften mit Größen und Einsatz, Regeln für Bilder und ein paar fertige Beispiele. Dazu der Hinweis, wo die Dateien liegen und wer bei Fragen hilft.
Wie umfangreich muss ein Styleguide sein?
So kurz wie möglich. Für einen kleinen Betrieb reichen oft wenige Seiten. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern dass die Angaben vollständig und eindeutig sind: Ein Druckbetrieb oder Beschrifter muss damit ohne Rückfrage arbeiten können.
Was ist der Unterschied zwischen Styleguide und Corporate Design?
Das Corporate Design ist das Erscheinungsbild selbst: Logo, Farben, Schriften und ihr Zusammenspiel. Der Styleguide ist die schriftliche Anleitung dazu. Er hält fest, wie das Erscheinungsbild angewendet wird, damit es überall gleich aussieht, egal wer gerade daran arbeitet.
Ihr Erscheinungsbild sieht überall anders aus?
Wir halten es in einem kurzen Styleguide fest, der im Alltag genutzt wird.
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