Website-Relaunch: Wann und wie ohne Ranking-Verlust
Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen, nicht weniger. Trotzdem verlieren viele Betriebe nach einem Relaunch erst einmal Sichtbarkeit bei Google. Fast immer aus demselben Grund: Die alten Adressen wurden vergessen.
17.10.2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Ein Relaunch lohnt sich, wenn die Website am Handy, bei der Ladezeit, in der Pflege oder bei den Anfragen nicht mehr mithält. Damit die Sichtbarkeit bei Google erhalten bleibt, brauchen Sie vor dem Start eine Liste aller alten Adressen und für jede eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue Seite. Danach: neue Sitemap einreichen, interne Links prüfen und die Search Console beobachten.
Was eine gute Website für einen kleinen Betrieb ausmacht, steht im Artikel Website für kleine Unternehmen. Hier geht es um den Umstieg von der alten auf die neue. Stand: Oktober 2026.
Wann ein Relaunch sinnvoll ist
- Die Seite ist am Handy schwer lesbar oder schwer zu bedienen.
- Sie lädt langsam, vor allem unterwegs.
- Inhalte lassen sich nur mit Aufwand oder gar nicht mehr ändern.
- Die Technik oder der Baukasten wird nicht mehr gepflegt.
- Design und Inhalte passen nicht mehr zum Betrieb, etwa nach einem Rebranding.
- Über die Website kommen kaum Anfragen.
Nicht jedes dieser Probleme braucht einen kompletten Neubau. Manchmal reicht es, einzelne Seiten neu zu schreiben, Bilder zu verkleinern oder die Kontaktwege zu verbessern. Ein ehrlicher Blick vorher spart Geld.
Die größte Falle: vergessene Adressen
Jede Seite Ihrer alten Website hat eine Adresse. Manche davon kennt Google seit Jahren, andere sind von anderen Websites verlinkt oder als Lesezeichen gespeichert. Ändern sich beim Relaunch die Adressen, und das tun sie fast immer, landen Besucher und Suchmaschinen auf Fehlerseiten. Die Sichtbarkeit, die die alten Seiten aufgebaut haben, geht verloren.
Google empfiehlt deshalb, die Adressen der alten Website den neuen zuzuordnen und permanente, serverseitige Weiterleitungen einzurichten, zum Beispiel mit dem Statuscode 301. Die Weiterleitungen sollen so lange wie möglich bestehen bleiben, im Allgemeinen mindestens ein Jahr (Google Search Central: Umzug mit URL-Änderungen).
Der Ablauf in sechs Schritten
- Bestandsaufnahme: Alle alten Adressen sammeln, aus der Sitemap, aus dem System der alten Website, aus der Search Console und aus Server-Protokollen. Dabei auch alte PDF-Dateien und Bilder nicht vergessen, die verlinkt sind.
- Neue Struktur planen: Welche Seiten gibt es künftig? Welche Inhalte bleiben, welche werden zusammengelegt, welche fallen weg?
- Weiterleitungsliste: Für jede alte Adresse festlegen, wohin sie führt. Möglichst auf die inhaltlich passende neue Seite, nicht pauschal auf die Startseite. Ketten aus mehreren Weiterleitungen vermeiden.
- Inhalte übernehmen und verbessern: Seiten, die bisher gut gefunden wurden, nicht ersatzlos streichen. Wie man Texte für Besucher und Suchmaschinen schreibt, steht im Artikel Website-Texte schreiben.
- Start und Kontrolle: Weiterleitungen aktivieren, Stichproben testen, neue Sitemap in der Search Console einreichen, interne Links auf die neuen Adressen umstellen.
- Beobachten: In den Wochen danach die Berichte der Search Console verfolgen. Die alten Adressen sollten verschwinden, die neuen auftauchen. Unerwartete Fehler sofort beheben. Wie Sie die Search Console einrichten, erklärt der Artikel Google Search Console einrichten.
Was mit Seiten passiert, die es nicht mehr gibt
Nicht jede alte Seite hat eine neue Entsprechung. Dann darf die Adresse einen Fehlercode liefern, etwa 404 (nicht gefunden) oder 410 (dauerhaft entfernt). Google behandelt diese Fehlercodes gleich und nimmt die Adresse mit der Zeit aus dem Index (Google Search Central: HTTP-Statuscodes). Das ist besser, als Hunderte alte Adressen auf die Startseite umzuleiten, wo der Besucher nicht findet, was er gesucht hat.
Weitere SEO-Fallen
- Testumgebung für Suchmaschinen gesperrt, und die Sperre bleibt nach dem Start aktiv. Dann verschwindet die neue Website aus der Suche.
- Seitentitel und Beschreibungen fehlen oder sind auf allen Seiten gleich.
- Gut gefundene Inhalte gestrichen, weil sie im neuen Design keinen Platz hatten.
- Interne Links zeigen auf alte Adressen und laufen über Weiterleitungen.
- Google-Unternehmensprofil und Verzeichnisse verlinken noch die alte Adresse.
- Neue Website langsamer als die alte, etwa wegen großer Bilder oder vieler eingebundener Dienste.
Unser eigener Relaunch
Unsere Website lief früher auf WordPress, mit Shop-Adressen für Produktkategorien und Downloads. Nach dem Umstieg auf eine handgeschriebene Website haben wir in der Search Console die Altadressen gefunden, die Google noch kannte. Für die, zu denen es eine passende neue Seite gibt, haben wir dauerhafte Weiterleitungen eingerichtet, etwa von der alten Aufkleber-Kategorie auf die neue Aufkleber-Seite oder von einer alten PDF-Anleitung zu Druckdaten auf den passenden Ratgeber. Die Adressen nicht mehr vorhandener Produkte liefern den Code 410. So landen Besucher alter Links auf der richtigen Seite, und Google räumt den Rest auf.
Aus unserer Sicht
Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Die eigentliche Arbeit steckt in der Bestandsaufnahme, der Weiterleitungsliste und der Kontrolle danach. Wer das überspringt, beginnt bei Google oft wieder von vorne. Wir planen Relaunches deshalb immer mit Weiterleitungskonzept und begleiten die Wochen nach dem Start. Mehr dazu unter Webdesign. Den Gesamtrahmen beschreibt der Artikel Grafikdesign vom Profi.
Checkliste: Website-Relaunch
- Ist geklärt, ob ein Relaunch nötig ist oder eine Überarbeitung reicht?
- Gibt es eine vollständige Liste aller alten Adressen?
- Hat jede alte Adresse ein Ziel, oder bewusst einen Fehlercode?
- Sind die Weiterleitungen dauerhaft und serverseitig?
- Bleiben gut gefundene Inhalte erhalten?
- Ist die Suchmaschinen-Sperre der Testumgebung nach dem Start aufgehoben?
- Ist die neue Sitemap eingereicht?
- Sind Google-Profil und Verzeichnisse auf die neuen Adressen umgestellt?
- Wird die Search Console in den Wochen danach beobachtet?
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass meine Website einen Relaunch braucht?
Typische Anzeichen: Die Seite ist am Handy schwer zu bedienen oder lädt langsam, Inhalte lassen sich nur mühsam ändern, das Design passt nicht mehr zum Betrieb, die Technik wird nicht mehr gepflegt, oder es kommen kaum Anfragen über die Website. Oft reicht auch eine Überarbeitung einzelner Seiten statt eines kompletten Neubaus.
Wie verhindere ich Ranking-Verluste beim Relaunch?
Vor allem mit einer vollständigen Liste aller alten Adressen und einer dauerhaften Weiterleitung jeder alten Adresse auf die passende neue Seite. Google empfiehlt permanente serverseitige Weiterleitungen und rät, sie so lange wie möglich beizubehalten, im Allgemeinen mindestens ein Jahr. Dazu kommen eine neue Sitemap, angepasste interne Links und eine Kontrolle in der Search Console.
Was passiert mit Seiten, die es nach dem Relaunch nicht mehr gibt?
Gibt es eine passende neue Seite, wird dorthin weitergeleitet. Gibt es keine, darf die alte Adresse einen Fehlercode wie 404 oder 410 liefern. Google behandelt diese Codes gleich und nimmt die Adresse mit der Zeit aus dem Index. Massenhafte Weiterleitungen auf die Startseite sind dagegen keine gute Lösung.
Ihre Website soll neu werden?
Wir planen den Umstieg so, dass Ihre Sichtbarkeit erhalten bleibt.
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