Website-Texte schreiben, die Anfragen bringen
Viele Firmenwebsites sehen gut aus und sagen wenig. „Qualität seit 1998“, „Ihr kompetenter Partner“, „innovative Lösungen“. Wer so liest, weiß danach nicht, ob er hier richtig ist. Gute Website-Texte beantworten genau das, und zwar schnell.
16.10.2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Gute Website-Texte sagen in den ersten Sätzen, was Sie tun, für wen und wo, und nennen den nächsten Schritt. Sie benutzen die Wörter, mit denen Kunden suchen, haben kurze Absätze und Kundenfragen als Zwischentitel. Und sie sind ehrlich, auch bei den Grenzen. Eine bestimmte Länge braucht es nicht.
Wie eine einzelne Zielseite aufgebaut ist, von der Überschrift bis zum Formular, steht in unserem Artikel Landingpage erstellen. Hier geht es um die Sprache: wie Texte auf Startseite und Leistungsseiten klingen sollen. Grundlage sind eigene Erfahrung und die Hinweise von Google, Stand Oktober 2026.
Die ersten Sätze entscheiden
Wer auf eine Website kommt, will in wenigen Sekunden wissen: Bin ich hier richtig? Darum gehört an den Anfang jeder Seite die Antwort auf drei Fragen: Was tun Sie? Für wen? Wo?
Vorher: „Willkommen bei Elektro Muster. Seit über 25 Jahren stehen wir für Qualität, Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit.“
Nachher: „Elektroinstallationen für Einfamilienhäuser und kleine Betriebe im Bezirk Mödling: vom neuen Zählerkasten bis zur Wallbox. Rufen Sie an, wir kommen für ein Angebot vorbei.“
Der zweite Text ist nicht länger, sagt aber alles, was der Besucher braucht. Qualität und Zuverlässigkeit behauptet jeder. Zeigen lassen sie sich weiter unten, mit Fotos, Bewertungen und Beispielen.
In den Worten der Kunden schreiben
Fachleute und Kunden benutzen oft andere Wörter. Google empfiehlt im SEO-Startleitfaden, sich zu überlegen, nach welchen Begriffen jemand suchen könnte, und weist darauf hin, dass Kenner anders suchen als Einsteiger (Google Search Central: SEO-Startleitfaden). Wer „Unterverteilung“ schreibt, wird von jemandem, der „Sicherungskasten“ sucht, schwerer gefunden und schwerer verstanden.
Woher man die Wörter der Kunden kennt? Aus Anfragen, aus Telefonaten, und aus der Google Search Console. Dort steht, mit welchen Suchanfragen Ihre Seiten gefunden werden. Bei uns tauchte dort zum Beispiel „Werbetafel“ auf, ein Wort, das auf unserer Seite zu Werbeschildern gar nicht vorkam. Jetzt steht es dort. Wie man die Search Console einrichtet, steht im Artikel Google Search Console einrichten.
Nutzen statt Eigenlob
„Innovativ“, „kompetent“, „lösungsorientiert“: Solche Wörter kosten Platz und sagen nichts, weil jeder sie verwendet. Besser ist, was ein Kunde davon hat:
- Statt „flexible Terminvereinbarung“: „Wir kommen auch am Samstag.“
- Statt „langjährige Erfahrung“: „Seit 1998 im Bezirk, über 2.000 Bäder saniert.“, wenn die Zahl stimmt.
- Statt „individuelle Beratung“: „Wir sehen uns die Wand vor Ort an, bevor wir ein Angebot schreiben.“
Konkrete Angaben überzeugen mehr als Adjektive. Sie müssen aber stimmen. Eine erfundene Zahl fällt irgendwann auf, spätestens im Gespräch.
Kundenfragen als Zwischentitel, kurze Absätze
Auf dem Bildschirm wird zuerst überflogen und erst dann gelesen. Google beschreibt gute Inhalte als leicht lesbar und gut strukturiert und rät, lange Texte in Absätze und Abschnitte zu teilen. Zwischentitel, die wie Kundenfragen klingen, helfen beim Überfliegen:
- „Was kostet eine neue Fassade ungefähr?“
- „Wie lange dauert die Montage?“
- „Muss ich dafür zu Hause sein?“
Unter jedem Titel zwei, drei kurze Absätze mit der Antwort. Wer eine Frage hat, findet sie, und wer keine hat, liest weiter. Ein Absatz, der über sechs, sieben Zeilen geht, wird auf dem Handy zur Wand.
Ehrlich bleiben, auch bei den Grenzen
Google nennt Vertrauenswürdigkeit den wichtigsten Aspekt guter Inhalte und fragt, ob Inhalte als Wissen aus erster Hand erkennbar sind (Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige Inhalte). Für einen Betrieb heißt das: sagen, was ein Produkt kann, und auch, was es nicht kann.
Auf unserer Seite zu Sicherheitsfolien steht deshalb, dass eine Folie aus Fensterglas keinen Panzerschrank macht. Sie verschafft Zeit, bindet Splitter und senkt das Verletzungsrisiko, ersetzt aber keine Alarmanlage. Das klingt zuerst wie ein Verkaufshindernis. Tatsächlich schafft es Vertrauen, weil der Leser merkt, dass hier niemand übertreibt.
Den nächsten Schritt nennen
Jede Seite sollte mit einer klaren Handlung enden: anrufen, Anfrage schicken, Termin vereinbaren. Ein Satz genügt, dazu ein gut sichtbarer Knopf und die Telefonnummer als Link, damit sie am Handy mit einem Tippen wählt. „Kontakt“ in der Navigation reicht nicht. Wer gerade überzeugt ist, soll nicht suchen müssen.
Titel und Beschreibung für Google
Zwei kurze Texte sieht man auf der Seite selbst nicht, aber in den Suchergebnissen: den Seitentitel und die Beschreibung. Laut Google sollte der Titel für jede Seite eindeutig sein und den Inhalt klar und präzise beschreiben. Eine gute Beschreibung ist kurz, passt nur zu dieser Seite und nennt die wichtigsten Punkte (Google Search Central: SEO-Startleitfaden). Wer auf zehn Seiten denselben Titel stehen hat, verschenkt diese Chance.
Was Sie lassen können
- Auf eine Wortzahl hinschreiben: Google sagt zur Frage nach der bevorzugten Wortanzahl ausdrücklich: Es gibt keine.
- Suchbegriffe stapeln: Dieselben Wörter immer wieder zu wiederholen, nennt Google ermüdend für Nutzer, und Keyword-Stuffing verstößt gegen die Spamrichtlinien.
- Für die Suchmaschine schreiben: Google fragt, ob Inhalte hauptsächlich erstellt werden, um Besuche über Suchmaschinen zu bekommen. Wenn ja, ist das ein Warnsignal.
- Tippfehler stehen lassen: Auch Rechtschreib- und Stilfehler nennt Google als Merkmal nachlässiger Inhalte. Ein zweites Paar Augen lohnt sich.
Eine Startseite in zwei Fassungen
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Tischler hat eine schön gestaltete Website. Die Startseite beginnt mit „Leidenschaft für Holz“, darunter ein Bild und drei Absätze Firmengeschichte. Die Leistungen stehen im dritten Menüpunkt, eine Telefonnummer nur im Impressum. Anfragen kommen kaum.
Die überarbeitete Fassung beginnt mit einem Satz: „Küchen, Einbauschränke und Innentüren nach Maß, gefertigt in der eigenen Werkstatt in Mödling.“ Darunter drei Kacheln für die drei Leistungen, jede mit Foto und eigener Seite. Die Telefonnummer steht oben rechts und am Ende jeder Seite. Die Firmengeschichte ist noch da, aber auf der Seite „Über uns“, wo sie hingehört.
Aus unserer Sicht
Gute Website-Texte entstehen selten am Schreibtisch allein. Sie entstehen im Gespräch: Was fragen Kunden am Telefon? Was erklären Sie bei jedem Termin aufs Neue? Diese Sätze gehören auf die Website, möglichst in Ihren eigenen Worten. Wir helfen beim Gliedern, Kürzen und Gestalten. Mehr dazu auf unserer Seite Webdesign, und wie Texte in den Rest des Marketings passen, im Überblick Marketing für kleine Unternehmen.
Checkliste für jede Seite
- Sagen die ersten zwei Sätze, was, für wen und wo?
- Stehen die Wörter darin, mit denen Kunden suchen?
- Ersetzen konkrete Angaben die Adjektive, und stimmen sie?
- Klingen die Zwischentitel wie Kundenfragen?
- Sind die Absätze auch am Handy kurz?
- Wird gesagt, was das Angebot nicht kann?
- Endet die Seite mit einem klaren nächsten Schritt und der Telefonnummer?
- Hat die Seite einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung?
Häufige Fragen
Wie schreibe ich gute Texte für meine Website?
Sagen Sie in den ersten Sätzen, was Sie tun, für wen und wo. Schreiben Sie in den Worten, mit denen Ihre Kunden suchen, nicht in Fachsprache. Halten Sie Absätze kurz, nutzen Sie Kundenfragen als Zwischentitel, und nennen Sie am Ende jedes Abschnitts den nächsten Schritt, etwa Anruf oder Anfrage.
Wie lang sollte ein Website-Text sein?
So lang, dass die Frage des Besuchers beantwortet ist, und nicht länger. Google schreibt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten ausdrücklich, dass es keine bevorzugte Wortanzahl gibt. Wer auf eine Zielzahl hinschreibt, füllt meist nur auf.
Soll ich Keywords in meine Website-Texte einbauen?
Die Begriffe, mit denen Kunden suchen, sollten natürlich im Text vorkommen, vor allem in Überschrift und Einleitung. Dieselben Wörter immer wieder zu wiederholen, schadet dagegen: Google nennt das ermüdend für Nutzer, und sogenanntes Keyword-Stuffing verstößt gegen die Spamrichtlinien.
Ihre Website sieht gut aus, bringt aber kaum Anfragen?
Wir lesen Ihre Texte mit Kundenaugen und sagen Ihnen ehrlich, wo es hakt.
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