Landingpage erstellen: So ist eine Zielseite für mehr Anfragen aufgebaut
Was eine Landingpage von der Startseite unterscheidet, welche Elemente sie braucht und wie Sie messen, ob Besucher anfragen. Dazu: der Weg vom Schild auf die Seite.
17.09.2026 · 9 Min. Lesezeit
Auf der Hecktür des Transporters steht groß „Badsanierung aus einer Hand“, darunter die Webadresse. Eine Frau am Gehsteig tippt sie ins Handy und landet auf einer Startseite mit zwölf Menüpunkten und einem Foto vom Firmengebäude. Von der Badsanierung ist nichts zu sehen. Sie schließt die Seite wieder.
Ein Besuch, aber keine Anfrage. Für genau diesen Moment gibt es die Landingpage, auf Deutsch Zielseite: eine Seite, die zu einem bestimmten Angebot passt und den Besucher zu einer Handlung führt. Sie muss den Satz vom Fahrzeug wiederholen und sagen, was jetzt zu tun ist.
Was ist eine Landingpage, und was unterscheidet sie von der Startseite?
In Google Analytics ist die Landingpage schlicht die erste Seite einer Sitzung, auch die Startseite oder ein Blogartikel. Google Ads meint die Seite, auf die jemand nach dem Klick auf eine Anzeige kommt. Im Marketing ist eine Landingpage enger gefasst: eine eigenständige Seite für eine bestimmte Kampagne, ausgerichtet auf ein einziges Ziel.
Die Startseite muss es allen recht machen und bietet viele Wege. Die Landingpage bleibt bei einem Angebot und einer Handlung und hat deutlich weniger Links.
Diese Handlung heißt Conversion, etwa eine Anfrage oder ein Anruf. Anfragen nennt man auch Leads, also Kontakte zu potenziellen Kunden. Die Conversion-Rate ist der Anteil der Besucher, die handeln. Google Ads rechnet: 50 Conversions bei 1.000 Anzeigeninteraktionen ergeben 5 %. Ein Formular ist keine Pflicht, Google nennt als Ziel ausdrücklich auch Bestellen und Anrufen.
Wann lohnt sich eine eigene Landingpage?
Vor allem dann, wenn Besucher etwas Bestimmtes erwarten:
- Sie bewerben gezielt eine Dienstleistung oder ein Produkt, etwa Badsanierung statt „alles rund ums Haus“.
- Auf Fahrzeug, Schild oder Flyer steht eine Adresse oder ein QR-Code.
- Sie sammeln Anmeldungen, etwa für eine Veranstaltung oder Ihr E-Mail-Marketing.
- Sie schalten Anzeigen. Google empfiehlt dafür eine Seite, die genau zu Anzeige und Keywords passt. Die Landingpage-Erfahrung ist in Google Ads eine der drei Komponenten des Qualitätsfaktors.
Auch ohne Anzeigen kann eine Landingpage gefunden werden, wenn sie eine konkrete Suchfrage gut beantwortet. Suchmaschinenoptimierung (SEO) hilft dabei, doch ob und wo sie erscheint, entscheidet Google selbst. Wer nur eine Leistung anbietet und eine übersichtliche Startseite hat, braucht nicht zwingend eine zusätzliche Seite.
Landingpage-Aufbau: die wichtigen Elemente
Überschrift und Nutzen im sichtbaren Bereich
„Above the fold“ heißt der Teil der Seite, der ohne Scrollen sichtbar ist. Google empfiehlt, wichtige Informationen oben zu zeigen und die Seite nicht mit Werbung oder Pop-ups zu überladen. Nach oben gehört eine Überschrift in den Worten Ihrer Kunden. Darunter ein Satz, was der Kunde davon hat, und der Button für den nächsten Schritt.
Wie beim Schild muss die Überschrift im Vorbeigehen verständlich sein. „Willkommen auf unserer Website“ fällt durch.
Ein Angebot, eine Handlungsaufforderung
Die Handlungsaufforderung, kurz CTA für Call-to-Action, sagt dem Besucher, was er tun soll: „Angebot anfordern“, „Jetzt anrufen“. Laut Google soll die gewünschte Aktion schnell und einfach möglich sein. Die Navigation müssen Sie dafür nicht entfernen. Google wertet eine einfache Navigation als Qualitätsmerkmal. Wir würden sie trotzdem schlank halten. Impressum und Offenlegung bleiben aber mit einem Klick erreichbar, üblich in der Fußzeile (§ 5 ECG, § 25 MedienG), und am Formular steht ein kurzer Hinweis auf die Datenschutzerklärung (Art. 13 DSGVO). Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Vertrauen: Kundenbewertungen, Testimonials, Ansprechpartner
Google nennt Bewertungen anderer Kunden ausdrücklich als Mittel, um Vertrauen aufzubauen. Praktisch heißt das: echte Kundenbewertungen, Testimonials (kurze Zitate zufriedener Kunden), ein Gütesiegel, wenn Sie eines haben, und ein Ansprechpartner mit Telefonnummer. Fragen Sie Ihre Kunden vorher, ob Sie Namen, Fotos und Zitate zeigen dürfen, und machen Sie Kennzeichen und Hausnummern auf Fotos unkenntlich.
Bilder oder Videos, die das Angebot zeigen
Das Foto vom eigenen beschrifteten Fahrzeug vor der Baustelle erzählt mehr als ein Stockbild mit lächelnden Menschen im Anzug. Überzeugend ist nur, was der Besucher wiedererkennt.
Das Formular: nur fragen, was Sie wirklich brauchen
Die Nielsen Norman Group, ein Institut für Nutzerforschung, beschreibt drei Schritte, die jedes Feld verlangt: die Frage verstehen, die Information finden, sie im erwarteten Format eintippen. Das Institut rät, jedes Feld zu streichen, das nicht wirklich gebraucht wird, und hat das eigene Formular so von sechs auf zwei Felder gekürzt.
Eine feste Höchstzahl an Feldern gibt es trotzdem nicht. Längere Formulare sind nach Einschätzung des Instituts manchmal nötig. Und Menschen geben ihre Daten eher her, wenn sie dafür etwas Konkretes bekommen, etwa ein Angebot oder eine Beratung. Diese Hinweise stammen aus Artikeln des Instituts von 2015 bis 2025.
Mobil und schnell: Landingpage-Design fürs Handy
Der QR-Code auf dem Fahrzeug wird am Gehsteig gescannt, oft mit einer Hand. Google bewertet Seiten anhand ihrer mobilen Version und nennt ein responsives Design, das sich jedem Bildschirm anpasst, als am einfachsten. Eingaben sollen knapp und mit dem Daumen gut bedienbar sein. Zeigen Sie für die Telefonnummer die Zifferntastatur an und lassen Sie automatisches Ausfüllen zu, so empfiehlt es die Nielsen Norman Group in ihrer Checkliste für mobile Eingaben (2015).
Für Ladezeit und Nutzererfahrung hat Google die Core Web Vitals. Als gut gelten laut web.dev:
- LCP (bis der größte Inhalt sichtbar ist): höchstens 2,5 Sekunden
- INP (Reaktion auf eine Eingabe): höchstens 200 Millisekunden
- CLS (wie stark die Seite beim Laden verrutscht): höchstens 0,1
Gute Werte helfen Ihren Besuchern. Einen Spitzenplatz in der Google-Suche garantieren sie laut Google nicht.
Landingpage erstellen in fünf Schritten
- Ziel festlegen. Eine gewünschte Aktion: Anruf, Anfrage oder Anmeldung.
- Zielgruppe und Angebot klären. Für wen ist die Seite, und welcher Satz steht auf Fahrzeug, Flyer oder Anzeige?
- Text vor Gestaltung. Überschrift, Nutzen, Antworten auf übliche Einwände. Erst dann das Layout.
- Seite bauen und am Handy prüfen. Füllen Sie das Anfrageformular einmal selbst am Handy aus.
- Messung einrichten. Am besten, bevor die ersten Besucher kommen.
Conversion-Rate messen und verbessern
In Google Analytics heißen die früheren „Conversions“ inzwischen Schlüsselereignisse. Damit die abgeschickte Anfrage zählt, muss sie als eigenes Ereignis erfasst sein. Dieses Ereignis markieren Sie dann als Schlüsselereignis. Der Bericht „Berichte > Engagement > Landingpage“ zeigt dann je Einstiegsseite Sitzungen, aktive Nutzer und Schlüsselereignisse. Die Besucherzahl sagt wenig. Erst die Kennzahl „Sitzung – Schlüsselereignisrate“ zeigt, ob die Seite ihre Arbeit macht. Sie steht nicht standardmäßig im Bericht, Sie fügen sie über „Bericht anpassen“ hinzu. Google Analytics speichert Cookies im Browser. Das ist in Österreich grundsätzlich nur mit Einwilligung zulässig (§ 165 Abs. 3 TKG 2021), die Messung darf also erst nach Zustimmung im Cookie-Banner starten. Wer ablehnt, fehlt in den Zahlen. Das ist keine Rechtsberatung.
Verbessern lässt sich eine Seite mit einem A/B-Test: Zwei Varianten werden zufällig ausgewählten Besuchergruppen gezeigt, und man sieht, welche das festgelegte Ziel besser erreicht. Die Nielsen Norman Group rät (2024), die Kennzahl vorher festzulegen und mindestens ein bis zwei Wochen zu testen.
Wir raten, pro Test nur eine Sache zu ändern, sonst wissen Sie nicht, was gewirkt hat. Bei wenigen Besuchern dauert es lange, bis ein Test etwas aussagt. Auch eine gut gebaute Seite bringt nicht sicher Anfragen, sie nimmt nur Hürden weg.
Vom Fahrzeug auf die Seite: wenn Druck und Bildschirm zusammenspielen
Der Weg zur Landingpage beginnt oft an einem Schild, einem Schaufenster, einer Fahrzeugbeschriftung oder einem Flyer. Dann muss die Seite dasselbe sagen wie der Druck, in Wort und Gestaltung. Wie ein einheitliches Erscheinungsbild entsteht, steht in unseren Tipps zum Corporate Design.
Damit Sie sehen, welcher Werbeträger Besucher bringt, bekommt jeder eine eigene Zieladresse mit Kampagnenparametern (UTM). Setzen Sie immer utm_source, utm_medium und utm_campaign, sonst steht im Bericht „(not set)“. Groß- und Kleinschreibung zählt: „flyer“ ist nicht „Flyer“. Steht statt eines QR-Codes eine kurze Adresse am Fahrzeug, leitet diese auf die Adresse mit den Parametern weiter. Wer stattdessen den Firmennamen googelt, erscheint im Bericht nicht beim Fahrzeug, sondern als Besucher aus der Suche. Die Zahlen sind also eine Untergrenze.
Der QR-Code braucht rundum eine freie Ruhezone von vier Modulen Breite, so beschreibt es Denso Wave, das Unternehmen, das den Code entwickelt hat. Eine feste Mindestgröße nennt es nicht, sie hängt von Datenmenge, Druckauflösung und Leseabstand ab. Scannen Sie den Code deshalb vom Probedruck, aus dem späteren Leseabstand. Warum es einfacher sein kann, wenn Seite und Druck aus einer Hand kommen, lesen Sie im Beitrag über die Vorteile von Full-Service.
Die Leistung im dritten Menüpunkt
Ein typischer, zur Veranschaulichung konstruierter Fall: Ein Installateur lässt seine Fahrzeuge beschriften. Hinten steht die Leistung, die er am meisten verkaufen will, darunter die Webadresse. Die führt auf die Startseite, wo diese Leistung erst im dritten Menüpunkt auftaucht.
Der Umbau: eine eigene Zielseite für genau diese Leistung, mit derselben Überschrift wie auf der Hecktür. Oben ein Telefon-Button und wenige Felder für die Anfrage, darunter Baustellenfotos und Bewertungen, deren Veröffentlichung die Kunden zugestimmt haben. Die Adresse am Fahrzeug bekommt Kampagnenparameter, die abgeschickte Anfrage wird als Schlüsselereignis markiert. Was die Seite bringt, zeigt erst die Messung.
Die Seite beginnt auf der Hecktür
Eine Landingpage ist die Fortsetzung des Schildes. Was auf dem Fahrzeug steht, muss auf der Seite als Erstes wieder zu sehen sein.
Drei Fragen an Ihre eigene Seite
Eine gute Landingpage holt den Besucher dort ab, wo er herkommt. Prüfen Sie Ihre eigene Seite:
- Findet jemand, der vom Fahrzeug oder von der Anzeige kommt, dort sofort denselben Satz wieder?
- Ist ohne Scrollen klar, was er als Nächstes tun soll?
- Wissen Sie, wie viele Besucher dieser Seite tatsächlich anfragen?
Zögern Sie bei einer Frage, lohnt ein zweiter Blick. Den bietet unser Sichtbarkeits-Check: kostenlos und unverbindlich, mit drei bis fünf Empfehlungen, priorisiert nach Wirkung. Wir sehen uns Website, Google, KI-Suche und Social Media an, dazu Schild, Schaufenster und Fahrzeug anhand Ihrer Fotos und öffentlich sichtbarer Bilder. Über die Platzierung in den Ergebnissen entscheiden Google und die KI-Anbieter selbst.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Landingpage und Startseite?
Die Startseite gibt einen Überblick über das ganze Unternehmen und bietet viele Wege. Eine Landingpage bleibt bei einem Angebot für eine bestimmte Zielgruppe und führt zu einer Handlung, etwa Anfrage oder Anruf. Sie hat deutlich weniger Links. Wer von einer Anzeige kommt oder die Adresse vom Fahrzeug abgetippt hat, findet dort genau das wieder, was er erwartet.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
Eine feste Länge gibt es nicht. Sie sollte so lang sein, dass der Besucher entscheiden kann. Ein einfaches Angebot kommt mit wenig Text aus, ein erklärungsbedürftiges braucht mehr. Wichtig ist die Reihenfolge: Die Überschrift, der Nutzen und die Handlungsaufforderung gehören nach oben, in den Bereich, der ohne Scrollen sichtbar ist.
Was kostet es, eine Landingpage erstellen zu lassen?
Das hängt vom Umfang ab: wie viel Text und welche Bilder es braucht, wie aufwendig das Formular wird und ob die Messung gleich mit eingerichtet wird. Wo Sie ansetzen sollten, zeigt unser kostenloser und unverbindlicher Sichtbarkeits-Check: drei bis fünf Empfehlungen, priorisiert nach Wirkung.
Kommen Ihre Besucher an, fragen aber nicht an?
Im Sichtbarkeits-Check sehen wir uns Ihre Seite an, Ihre Werbeträger anhand von Fotos, und sagen Ihnen unverbindlich, wo Sie anfangen sollten.
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