Google Unternehmensprofil erstellen und pflegen
Wie Sie das Profil anlegen und bestätigen, welche Angaben hineingehören und wie Sie Bewertungen nach Googles Regeln anfragen.
17.09.2026 · 9 Min. Lesezeit
Samstagvormittag, das Waschbecken tropft. Jemand sucht einen Installateur in der Nähe, und auf Google Maps erscheint Ihr Betrieb: mit Öffnungszeiten, die längst nicht mehr stimmen, und ohne ein einziges Foto. Der Anruf geht an den nächsten Eintrag.
Ein Google Unternehmensprofil ist der Eintrag zu Ihrem Betrieb, der in der Google Suche und auf Google Maps erscheint. Es gehört zu Local SEO, also zur Auffindbarkeit bei Suchen mit Ortsbezug. Nach dem Anlegen geht es vor allem darum, die Angaben aktuell zu halten.
Maßgeblich ist die aktuelle Fassung der Richtlinien von Google. Stand: September 2026. Google benennt Menüs gelegentlich um.
Was ist ein Google Unternehmensprofil?
Das Profil (englisch Google Business Profile) bündelt Name, Adresse oder Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Website, Fotos und Rezensionen. Manche kennen es noch als „Google My Business“. Hinzufügen und Beanspruchen kosten nichts.
Gedacht ist es nur für Betriebe, die während der Geschäftszeiten persönlich mit Kunden zu tun haben, im Ladengeschäft, in der Werkstatt oder beim Kunden daheim. Reine Online-Unternehmen sind laut Google nicht berechtigt.
Google Unternehmensprofil erstellen: Schritt für Schritt
Suchen Sie vorher auf Google Maps nach Ihrem Firmennamen. Gibt es schon einen Eintrag, beanspruchen Sie ihn. Pro Standort ist nur ein Profil erlaubt, ein Betrieb mit Filialen hat also eines je Filiale. Doppelte Profile für denselben Betrieb am selben Ort sind dagegen tabu, dafür kann Google das Konto sperren.
1. Einstieg. Unter business.google.com/add wählen Sie „Unternehmen zu Google hinzufügen“. Für ein neues Konto rät Google zu einer E-Mail-Adresse mit Ihrer Firmendomain.
2. Daten eingeben. Google fragt der Reihe nach den Unternehmensnamen, die Kategorie, ob Kunden den Standort besuchen können, gegebenenfalls das Einzugsgebiet sowie Telefonnummer und Website ab.
3. Bestätigen. Erst danach ist das Profil für Nutzer sichtbar.
Die Bestätigung
Damit zeigen Sie Google, dass Sie das Unternehmen vertreten dürfen. Welche Wege angeboten werden, legt Google fest, abhängig etwa von Unternehmenstyp, Region und Öffnungszeiten. Möglich sind Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf, Post oder ein Video, manchmal sind mehrere nötig. Die Prüfung kann laut Google danach bis zu fünf Arbeitstage dauern, in seltenen Fällen länger.
Beim Bestätigungsvideo will Google sehen, wo Sie sind, etwa Straßenschild oder Hausnummer, dazu den Firmennamen auf einem fest installierten Schild und Bereiche, die nur Mitarbeitende betreten. Geschäftsdokumente wie eine Rechnung sind als Nachweis ebenfalls möglich.
Bestehendes Profil: Inhaberschaft beantragen
Ein noch nicht bestätigtes Profil beanspruchen Sie in Google Maps über „Inhaberschaft für dieses Unternehmen geltend machen“. Darf schon jemand anderer das Profil verwalten, beantragen Sie über business.google.com/add mit „Zugriff anfordern“ die Inhaberschaft. Der bisherige Inhaber hat drei Tage Zeit zu antworten. Kommt nichts, können Sie laut Google gegebenenfalls selbst bestätigen. Betriebe ohne Ladengeschäft oder Büro wenden sich an den Google-Support.
Unternehmen ohne festen Standort
Empfangen Sie an Ihrer Geschäftsadresse keine Kunden, blenden Sie die Adresse aus und geben nur ein Einzugsgebiet an. Dazu deaktivieren Sie in den Profileinstellungen „Unternehmensadresse für Kunden einblenden“.
Das Einzugsgebiet besteht aus höchstens 20 Städten, Postleitzahlen oder anderen Gebieten. Einen Radius gibt es nicht. Das ganze Gebiet sollte nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Standort reichen.
Ein virtuelles Büro, also eine bloße Postanschrift, bekommt kein Profil.
Diese Angaben gehören ins Profil
Name: Er muss dem Namen entsprechen, den Sie auch sonst verwenden, etwa am Geschäft und auf dem Briefpapier. Slogans, Leistungen, Orte, Öffnungszeiten, Telefonnummern oder Webadressen haben darin nichts verloren. Aus „Malerei Muster“ wird also nicht „Malerei Muster Fassaden Wien“. Wörter komplett in Großbuchstaben, Sonderzeichen und unnötige Rechtsformzusätze wie „GmbH“ sind ebenfalls tabu, außer sie gehören nachweislich zum Namen, etwa laut Schild oder Rechnung. Bei Verstößen kann Google das Profil sperren.
Kategorie: Eine primäre Kategorie, insgesamt so wenige wie möglich. Die passende Kategorie besteht den Satz „Dieses Unternehmen IST …“, nicht „Dieses Unternehmen HAT …“. Ein Gasthaus mit Gastgarten ist ein Gasthaus. Eigene Kategorien lassen sich nicht anlegen. Laut Google wirken sie sich auf das Ranking, also die Reihenfolge in den lokalen Ergebnissen aus, die Wahl verdient also Sorgfalt.
Öffnungszeiten: Neben den regulären Zeiten gibt es spezielle Öffnungszeiten, etwa für Feiertage oder Veranstaltungen.
Dienstleistungen und Produkte: In bestimmten Kategorien können Sie Dienstleistungen mit Beschreibung und Preis hinzufügen, auch eigene, aber ohne Preis oder Telefonnummer in der Bezeichnung. „Produkte“ bietet Google nur Einzelhändlern in unterstützten Regionen an.
Beschreibung und Attribute: Ohne minderwertige oder ablenkende Inhalte. Je nach Kategorie kommen Attribute wie WLAN oder Parkplätze dazu.
Fotos: JPG oder PNG, zwischen 10 KB und 5 MB. Empfohlen sind 720 × 720 Pixel, mindestens 250 × 250. Scharf, gut ausgeleuchtet, nicht stark gefiltert. Sichtbar werden Fotos erst nach der Bestätigung. Unser Rat für die Motive: die Außenansicht mit Schild, so wie man sie vom Gehsteig sieht, das beschriftete Fahrzeug, die Werkstatt oder der Verkaufsraum. Nicht gegen die Sonne, sonst wird das Schild zum dunklen Balken.
Beiträge: Für aktuelle Aktionen gibt es „Aktuelles“, „Angebote“ und „Veranstaltungen“, jeweils mit Text, Foto oder Video und einer Schaltfläche mit Link.
Profil und Schild müssen dasselbe sagen
Wer seine Adresse im Profil anzeigt, braucht dort laut Richtlinien eine ganzjährige, fest angebrachte Beschilderung mit dem Firmennamen. Steht im Profil „Malerei Muster“, am Transporter eine alte Schreibweise und an der Tür ein verblichenes Logo, wirkt das wie drei verschiedene Firmen. Name, Logo und Farben sollten am Werbeschild, an der Fahrzeugbeschriftung, im Schaufenster, auf Drucksorten und im Profil übereinstimmen. Mehr dazu in unseren Tipps für ein einheitliches Corporate Design.
Kundenbewertungen richtig anfragen und beantworten
Sie dürfen Kunden um eine Rezension bitten, wenn sie auf einer echten Erfahrung beruht, es keine Gegenleistung gibt und Sie weder Sterne noch Inhalt beeinflussen. Link und QR-Code dafür finden Sie im Profil unter „Rezensionen lesen“ und „Mehr Rezensionen erhalten“. Google schlägt etwa Belege oder einen Ausdruck im Geschäft vor. Der QR-Code passt etwa auf die Rechnung oder als kleiner Aufkleber neben die Kassa. Er ist ein Hinweis für später: Niemand wird gedrängt, gleich vor Ort zu bewerten.
Laut den Google-Richtlinien sind verboten:
- Anreize wie Geld oder Rabatte, auch dafür, eine negative Rezension zu ändern oder zu löschen,
- bezahlte Rezensionen, auch gegen Sachleistungen,
- negative Rezensionen zu verhindern oder gezielt nur um positive zu bitten,
- Druck, noch vor Ort zu bewerten, und inhaltliche Vorgaben,
- Bewertungen vom eigenen Team, von Angehörigen oder Mitbewerbern und Beiträge über mehrere Konten.
Solche Bewertungen entfernt Google aus Maps, bei Verstößen kann es auch das Profil einschränken. Das sind Googles Regeln, gesetzliche Vorgaben behandelt dieser Artikel nicht. Er ist keine Rechtsberatung.
Antworten können Sie erst nach der Bestätigung. Laut Google zeigen Sie damit, dass Ihnen das Feedback wichtig ist. Mit hilfreichen Antworten können Sie sich abheben. Dass Antworten das Ranking direkt verbessern, sagt Google nicht. Auf Kritik antworten Sie sachlich, nicht im ersten Ärger. Melden Sie nur Rezensionen, die gegen die Richtlinien verstoßen. Eine unangenehme, aber sachlich richtige Bewertung bleibt stehen.
Profil pflegen: eine kleine Routine
Was sich im Betrieb ändert, bearbeiten Sie am besten gleich selbst im Profil.
- Bei jeder Änderung im Betrieb: Telefonnummer, Website, Zeiten und Leistungen aktualisieren.
- Vor Feiertagen: spezielle Öffnungszeiten eintragen.
- Neues Fahrzeug, neues Schild: frische Fotos hochladen.
- Bei Aktionen: einen Beitrag als „Angebot“ oder „Veranstaltung“ mit Datum anlegen.
- Laufend: Rezensionen lesen und beantworten.
Was das Profil bewirkt und was nicht
Laut Google zählen bei lokalen Ergebnissen vor allem Relevanz (wie gut das Profil zur Suchanfrage passt, vollständige Angaben helfen), Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit, unter anderem gemessen an Verweisen von anderen Websites und an der Zahl der Rezensionen.
Bestätigte, vollständige Profile werden laut Google eher angezeigt. Mehr positive Bewertungen können helfen. Details zum Algorithmus hält Google geheim. Einen Platz ganz oben kann niemand seriös zusagen, auch wir nicht.
Das gepflegte Profil ist ein Teil von Local SEO.
Wohnadresse im Profil, andere Schreibweise am Auto
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Installationsbetrieb arbeitet bei den Kunden, das Büro liegt in der Wohnung des Inhabers. Im Profil stehen die Wohnadresse, eine alte Handynummer und falsche Öffnungszeiten. Am Firmenfahrzeug steht der Name in einer anderen Schreibweise.
So lässt sich das aufräumen: Adresse ausblenden, Einzugsgebiet aus Orten oder Postleitzahlen anlegen. Den Namen so schreiben, wie er am Fahrzeug und auf der Rechnung steht, oder die Beschriftung angleichen. Nummer, Zeiten und Kategorie überprüfen. Fotos vom Fahrzeug und von fertigen Arbeiten hochladen. Personen, fremde Kennzeichen und erkennbare Kundenobjekte nur mit Einverständnis zeigen, sonst unkenntlich machen. Nach dem Auftrag ohne Gegenleistung um eine Bewertung bitten und jede Rezension beantworten.
Wie viele Anrufe das bringt, weiß vorher niemand. Wer das Profil findet, bekommt aber stimmige Angaben.
Ein Profil ist auch ein Schild
Wir beschriften Fahrzeuge und fertigen Schilder, die Firma seit 2017, und unser Gründer ist seit über 30 Jahren in der Branche. Mit diesem Blick schauen wir auch aufs Profil: Das Profil muss dasselbe sagen wie das Schild an der Tür.
Wer Sie online sucht, sieht oft das Profil vor Ihrer Eingangstür. Stimmen dort Name oder Telefonnummer nicht, kostet das Vertrauen, bevor jemand anruft. Ein Schild mit falscher Nummer ließe niemand hängen. Eine veraltete Nummer im Profil übersieht man dagegen leicht.
Bei einem Punkt sind wir stur: kein Suchbegriff im Namen. Die mögliche Sperre steht schwarz auf weiß in den Richtlinien.
Fazit: keine Gebühr, aber Pflege
Für ein Google Unternehmensprofil verlangt Google keine Gebühr, es braucht aber regelmäßig etwas Aufmerksamkeit. Vier Fragen für heute:
- Heißt Ihr Betrieb im Profil genauso wie am Schild und am Fahrzeug?
- Stimmen Adresse oder Einzugsgebiet und Telefonnummer?
- Stimmen die Öffnungszeiten, auch für den nächsten Feiertag?
- Haben Sie auf die letzten Rezensionen geantwortet?
Sie wollen wissen, wo Ihr Auftritt steht? Unser Sichtbarkeits-Check ist kostenlos und unverbindlich: Wir sehen uns Website, Google, KI-Suche, Social Media und Außenwirkung an, Sie bekommen drei bis fünf priorisierte Empfehlungen, umsetzbar mit uns oder ohne uns. Fragen beantworten wir über Kontakt.
Häufige Fragen
Kostet ein Google Unternehmensprofil etwas?
Nein. Google verlangt für das Unternehmensprofil keine Gebühr, das Hinzufügen und das Beanspruchen eines bestehenden Eintrags kosten nichts. Arbeit macht die Pflege, vor allem aktuelle Angaben und Antworten auf Rezensionen. Einen besseren Rang in den lokalen Ergebnissen kann man laut Google nicht kaufen.
Kann ich ein Profil ohne Geschäftslokal erstellen?
Ja, sofern Sie Kunden persönlich betreuen, zum Beispiel direkt bei ihnen vor Ort. Empfangen Sie an Ihrer Adresse keine Kunden, blenden Sie diese aus und geben ein Einzugsgebiet an: höchstens 20 Städte, Postleitzahlen oder Gebiete, kein Radius. Reine Online-Unternehmen und virtuelle Büros bekommen kein Profil.
Darf ich Kundinnen und Kunden um eine Bewertung bitten?
Ja. Google stellt dafür einen Link und einen QR-Code bereit. Verboten sind Gegenleistungen wie Geld oder Rabatte, Vorgaben zu Sternen oder Inhalt, Druck vor Ort und gezielt nur um positive Bewertungen zu bitten. Auch Bewertungen vom eigenen Team oder von Angehörigen sind tabu.
Wie sichtbar ist Ihr Betrieb?
Unser Sichtbarkeits-Check ist kostenlos und unverbindlich: Website, Google, KI-Suche, Social Media und Außenwirkung, dazu drei bis fünf priorisierte Empfehlungen.
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