Local SEO und KI-Sichtbarkeit: gefunden werden bei Google, auf Maps und in ChatGPT
Was Google und OpenAI offiziell über lokale Treffer und die ChatGPT-Suche sagen. Und warum die Telefonnummer auf der Hecktür dazugehört.
17.09.2026 · 9 Min. Lesezeit
Jemand steht mit einem tropfenden Wasserhahn in der Küche und tippt „Installateur in der Nähe“ ins Handy. Eine andere Person fragt ChatGPT nach einer Tischlerei im Bezirk. Beide Male entscheidet eine Maschine, welche Betriebe sie zeigt. Local SEO sorgt dafür, dass Ihr Betrieb dabei eindeutig beschrieben ist. Name und Adresse stimmen, und es steht klar da, was Sie anbieten.
Einen Platz in der lokalen Kartenbox oder eine Empfehlung in ChatGPT kann niemand garantieren. Laut Google lässt sich ein besseres lokales Ranking weder anfordern noch kaufen, und auch OpenAI sichert für die ChatGPT-Suche keine Platzierung zu. Beeinflussen können Sie die Grundlage, auf der diese Systeme entscheiden.
Laut Statistik Austria haben im Jahr 2025 39 % der 16- bis 74-Jährigen in Österreich in den drei Monaten vor der Befragung generative KI genutzt, 2024 waren es 28 %. Wie viele damit einen Betrieb suchen, sagt die Erhebung nicht.
Was ist Local SEO?
Local SEO ist der Teilbereich der Suchmaschinenoptimierung, der auf lokale Suchanfragen zielt, etwa „Elektriker Mödling“ oder „Bäckerei offen“. Die Treffer erscheinen bei Google in der Kartenbox, in der Branche Local Pack genannt, und auf Google Maps.
Für die lokalen Suchergebnisse nennt Google drei Hauptfaktoren:
- Relevanz: Wie gut passt das Unternehmensprofil zur Suchanfrage? Vollständige, ausführliche Angaben helfen bei der Zuordnung.
- Entfernung: Wie weit ist der Standort vom Suchenden entfernt?
- Bekanntheit: Dazu zählt unter anderem, wie viele Websites auf den Betrieb verweisen und wie viele Rezensionen er hat.
Die Details veröffentlicht Google nicht.
Die Grundlage: einheitliche NAP-Daten
NAP steht für Name, Adresse und Telefonnummer (englisch „Name, Address, Phone“). Diese NAP-Daten stehen an vielen Stellen: auf der eigenen Website, im Google Unternehmensprofil (früher Google My Business), bei Bing Places, in Branchenverzeichnissen und auf Social-Media-Profilen. Einträge in einem Verzeichnis heißen in der Fachsprache Citations.
Als direkten Rankingfaktor nennt Google einheitliche Daten nicht. Wir raten trotzdem dazu. Betriebe mit vollständigen und korrekten Angaben werden laut Google eher in den lokalen Suchergebnissen angezeigt, und der Name im Unternehmensprofil muss laut Google dem Namen entsprechen, den Sie auch außerhalb des Internets verwenden, etwa auf Schildern und Briefpapier. Werbesprüche und Keywords haben dort nichts verloren.
Wer im Verzeichnis die alte Nummer findet, ruft ins Leere. Für das Profil verlangt Google außerdem eine korrekte Adresse oder ein korrektes Einzugsgebiet und rät zu möglichst wenigen, spezifischen Kategorien.
Local SEO auf der eigenen Website
Ortsbezug und lokale Keywords
Schreiben Sie so, wie Ihre Kundschaft sucht. Nennen Sie die Dienstleistung beim Namen und dazu den Ort: „Dachrinnenreparatur in Wien und im Bezirk Mödling“. Solche lokalen Keywords, also Suchbegriffe mit Ortsbezug, gehören in Seitentitel, Überschrift und Text, ohne sie hineinzustopfen.
Eine Seite pro Leistung, keine Brückenseiten
Bieten Sie mehrere Leistungen an oder haben Sie mehrere Standorte, bekommt jede davon eine eigene Seite mit echtem Inhalt: was Sie dort machen, wie man hinkommt, wann geöffnet ist. Nach den Spam-Richtlinien von Google ist es Missbrauch mit sogenannten Brückenseiten, mehrere Seiten oder Domains für einzelne Städte anzulegen, die alle zur selben Seite führen. Zwanzig Seiten mit bloß ausgetauschtem Ortsnamen optimieren nichts. Bei einem Standort genügt es, auf jeder Leistungsseite Ihr Einzugsgebiet zu nennen.
Strukturierte Daten für den Betrieb
Strukturierte Daten sind ein kurzer Code im Quelltext, den Besucher nicht sehen. Er sagt Suchmaschinen: Das ist ein Betrieb, so heißt er, hier sitzt er. Für den Typ LocalBusiness verlangt Google zwei Pflichtangaben, Name und Adresse. Empfohlen sind unter anderem die Telefonnummer mit Länder- und Ortsvorwahl, die Adresse der Website und die Öffnungszeiten. Eine besondere Darstellung in den Suchergebnissen ist damit trotzdem nicht sicher.
Kundenbewertungen und Verweise
Laut Google können mehr Rezensionen und positive Bewertungen das lokale Ranking verbessern. Google empfiehlt außerdem, auf Rezensionen zu antworten. Das zeigt, wie Sie mit Kritik umgehen.
Nach den Google-Richtlinien dürfen Sie um Bewertungen bitten, Anreize wie Rabatte aber nicht anbieten. Diese Regeln stammen von Google und ersetzen keine Rechtsberatung.
Verweise von anderen Websites, sogenannte Backlinks, liegen für einen lokalen Betrieb oft nahe: die Gemeindeseite oder ein Bericht in der Gemeindezeitung und in lokalen Medien. Von gekauften Linklisten halten wir nichts.
KI-Sichtbarkeit: in ChatGPT und Googles KI-Antworten vorkommen
Was Google sagt
Google nennt in seiner Doku (Stand September 2026) zwei KI-Funktionen der Suche: die Übersichten mit KI und den KI-Modus. Zusätzliche Anforderungen gibt es dafür laut Google keine, es gelten die bekannten SEO-Grundsätze. Als verlinkte Quelle kommt nur eine Seite infrage, die indexiert ist und mit Textausschnitt in der Suche erscheinen darf. Eine KI-Textdatei wie llms.txt oder in Häppchen zerlegte Texte braucht Google dafür nicht. Für lokale Betriebe nennt Google das Unternehmensprofil als einen Weg, der helfen kann, in KI-Antworten und Suchergebnissen sichtbar zu werden.
Was OpenAI sagt
Laut OpenAI (Stand September 2026) ruft für die ChatGPT-Suche ein eigener Crawler die Inhalte ab, also ein Programm, das Websites besucht: der OAI-SearchBot. Sperrt Ihre Website ihn in der Datei robots.txt (sie regelt, welche Crawler eine Website besuchen dürfen), erscheinen Ihre Seiten nicht mehr in den Suchantworten, höchstens noch als reiner Navigationslink. Ein zweiter Crawler, GPTBot, sammelt Inhalte für das Training von KI-Modellen. Beide lassen sich getrennt einstellen, etwa Suche zulassen und Training sperren.
Rankingfaktoren veröffentlicht OpenAI nicht. Für lokale Ergebnisse kann ChatGPT laut OpenAI den ungefähren Standort aus der IP-Adresse nutzen und arbeitet teilweise mit externen Such- und Datenanbietern, die OpenAI nicht alle namentlich nennt. Die Behauptung, ein bestimmter Verzeichniseintrag bringe Sie sicher in ChatGPT, ist deshalb nicht belegt.
An Links aus der ChatGPT-Suche hängt ChatGPT laut OpenAI die Kennung „utm_source=chatgpt.com“ an. So erkennen Sie in der Webanalyse einen Teil der Besuche aus ChatGPT.
GEO: Begriff aus der Forschung
GEO steht für Generative Engine Optimization, die Optimierung für KI-Antworten. Der Begriff stammt aus einem Forschungspapier, an dem unter anderem die Princeton University beteiligt war, angenommen auf der Konferenz KDD 2024. In der Testumgebung der Studie steigerten GEO-Methoden die Sichtbarkeit in generativen Antworten um bis zu 40 %, je nach Themengebiet unterschiedlich. Ob sich dieser Laborwert auf Google oder ChatGPT übertragen lässt, ist offen.
In seinem Leitfaden zur generativen KI-Suche (Stand Juli 2026) ordnet Google das nüchtern ein: Aus Sicht der Google-Suche sei das „still SEO“, also weiterhin Suchmaschinenoptimierung. Eigene Seitenvarianten für jede Teilfrage, die eine KI-Suche stellen könnte, wertet Google als Missbrauch mit massenhaft generierten Inhalten.
Sichtbar am Bildschirm und auf der Straße
Wer Sie auf Google Maps findet und vorbeikommt, sucht vor Ort Ihr Schild. Laut den Google-Richtlinien sollten Betriebe, die ihre Adresse im Profil zeigen, dort ein dauerhaft fest angebrachtes Schild mit dem Firmennamen haben.
Marketing, das nicht am Bildschirm endet, heißt für uns: Dieselben Daten stehen auf Werbeschildern, im Schaufenster, in der Fahrzeugbeschriftung und auf Visitenkarten und Briefpapier. Die Telefonnummer auf der Hecktür ist oft aus Folie geschnitten. Ändert sie sich, ist es mit einem Klick im Profil nicht getan. Dann kommt die alte Folie herunter, und die neue wird geplottet. Mehr zum Vorteil aus einer Hand lesen Sie im Beitrag über Full-Service.
Häufige Fehler bei Local SEO
- Alte Daten im Verzeichnis: Nach der Übersiedlung stimmt das Profil, einige Branchenverzeichnisse zeigen aber noch die alte Adresse.
- Keywords im Firmennamen: Ein Profilname wie „Tischlerei XY Küchen günstig Wien“ widerspricht den Google-Richtlinien.
- Crawler ausgesperrt: Eine zu strenge robots.txt schließt auch den Crawler der ChatGPT-Suche aus.
- Keine Seite pro Leistung: Alles steht auf der Startseite, und für Suchanfragen nach „Fenstertausch“ gibt es keine passende Seite.
Die Tischlerei nach der Übersiedlung
Ein konstruierter, aber typischer Fall: Ein Tischlereibetrieb übersiedelt in eine neue Halle ein paar Kilometer weiter. Die neue Adresse steht rasch im Unternehmensprofil und auf der Website. Die Festnetznummer fällt weg.
Monate später steht in zwei Branchenverzeichnissen noch die alte Adresse, im Social-Media-Profil die alte Festnetznummer. Der Firmenbus fährt die alte Nummer spazieren. Und am Schild der neuen Halle steht eine Kurzform des Namens, die sonst nirgends vorkommt.
Der Betrieb sammelt alle Nennungen, legt eine verbindliche Schreibweise für Name, Adresse und Telefonnummer fest und gleicht sie überall an, auch in den strukturierten Daten. Schild und Fahrzeugbeschriftung ziehen nach. Ob Google oder ChatGPT den Betrieb danach öfter zeigen, entscheiden die Anbieter. Wer die Adresse aus einem Verzeichnis übernimmt, landet aber nicht mehr vor der alten Halle.
Ordnung schlägt Tricks
Unser Gründer hat über 30 Jahre in Werbetechnik und Gestaltung hinter sich, 2017 wurde daraus die eigene Firma. Deshalb denken wir Schild, Fahrzeug und Profil in einem Zug. Sichtbarkeit beginnt für uns mit Ordnung.
Wer vor Ort anders heißt als im Netz, macht es der Kundschaft unnötig schwer. Und den Maschinen gleich mit. Angebote, die eine sichere Empfehlung in ChatGPT versprechen, halten wir für unseriös.
Auch saubere Daten bringen Sie nicht zwingend nach vorn. Die Entfernung zählt mit, und an Ihrem Standort lässt sich nichts drehen.
Fazit: ein Fundament für Suche und KI
Local SEO und KI-Sichtbarkeit stehen auf demselben Fundament. Die Firmendaten müssen stimmen, und Ihre Website muss für Suchmaschinen lesbar sein und die Fragen Ihrer Kundschaft klar beantworten. Prüfen Sie zuerst, ob Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich stehen, vom Profil bis zur Hecktür. Dann, ob Ihre Website die Crawler von Google und der ChatGPT-Suche zulässt. Und schließlich, ob jede wichtige Leistung eine eigene Seite hat, die Ihr Einzugsgebiet nennt.
Eine erste Einschätzung gibt der 60-Sekunden-Test auf unserer Marketing-Seite. Genauer wird es mit dem kostenlosen und unverbindlichen Sichtbarkeits-Check: Wir sehen uns Website, Auffindbarkeit bei Google und in der KI-Suche, Social Media und Ihre Außenwirkung an. Sie bekommen drei bis fünf priorisierte Empfehlungen, umsetzbar mit uns oder ohne uns.
Häufige Fragen
Was ist Local SEO?
Local SEO ist der Teil der Suchmaschinenoptimierung, der auf lokale Suchanfragen zielt, etwa „Installateur in der Nähe“. Es geht um die Kartenbox bei Google und um Google Maps. Die Grundlage dafür sind stimmige Firmendaten. Google wählt lokale Treffer laut eigener Angabe vor allem nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit aus.
Kann ich dafür sorgen, dass ChatGPT meinen Betrieb empfiehlt?
Garantieren kann das niemand. OpenAI veröffentlicht keine Rankingfaktoren. Technisch nennt OpenAI eine Voraussetzung: Ihre Website lässt den Crawler OAI-SearchBot zu. Außerdem raten wir, die Leistungen klar zu beschreiben und Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich anzugeben.
Kann ich Local SEO selbst umsetzen?
Die Grundlagen ja. Gleichen Sie die Firmendaten überall an und füllen Sie das Google Unternehmensprofil vollständig aus. Jede wichtige Leistung bekommt eine eigene Seite, die Ihr Einzugsgebiet nennt. Wo Sie am besten anfangen, zeigt der kostenlose und unverbindliche Sichtbarkeits-Check mit drei bis fünf priorisierten Empfehlungen.
Wie sichtbar ist Ihr Betrieb?
Der Sichtbarkeits-Check ist kostenlos und unverbindlich: Wir sehen uns Website, Google, KI-Suche, Social Media und Ihre Außenwirkung an. Sie bekommen drei bis fünf priorisierte Empfehlungen.
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