LinkedIn-Unternehmensseite: Aufbau und Pflege für KMU
Für Geschäftskunden und Bewerbungen ist LinkedIn oft der passende Kanal. Die Unternehmensseite ist dort die Visitenkarte des Betriebs. Bewegung kommt aber meist über die Menschen dahinter.
16.10.2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Die LinkedIn-Unternehmensseite ist die Visitenkarte Ihres Betriebs auf LinkedIn, kostenlos und schnell angelegt. Füllen Sie sie vollständig aus, legen Sie mindestens zwei Super-Admins fest und posten Sie regelmäßig statt viel. Reichweite kommt oft über die persönlichen Profile von Inhaber und Team. Beides zusammen wirkt am besten.
Welche Kanäle für welche Betriebe passen, und warum auch auf LinkedIn ein Impressum gehört, steht in unserem Artikel Social Media Marketing für kleine Unternehmen. Hier geht es nur um LinkedIn. Grundlage sind die Hilfeseiten von LinkedIn, Stand Oktober 2026. Menüs und Funktionen ändern sich dort häufig.
Für wen sich LinkedIn lohnt
LinkedIn ist ein berufliches Netzwerk. Das passt vor allem, wenn Sie Geschäftskunden suchen, etwa als Werbetechniker, Steuerberaterin oder Haustechnik-Betrieb für Gewerbekunden, oder wenn Sie Fachkräfte und Lehrlinge gewinnen wollen. Wer fast nur Privatkunden hat, ist mit dem Google Unternehmensprofil und vielleicht Instagram oft besser bedient.
Die Voraussetzungen
Eine Unternehmensseite hängt immer an einem persönlichen Profil. LinkedIn verlangt laut Hilfe (LinkedIn-Hilfe: Voraussetzungen, Best Practices):
- ein persönliches Profil mit echtem Vor- und Nachnamen und bestätigter E-Mail-Adresse,
- mehr als eine Verbindung zu anderen Mitgliedern,
- bei neuen Konten mindestens einen Tag Wartezeit,
- unter Umständen eine Bestätigung des Arbeitsplatzes, etwa über die Firmen-E-Mail-Adresse.
Angelegt wird die Seite am Computer oder in der iOS-App, laut LinkedIn nicht in der Android-App. Beim Anlegen bestätigen Sie, dass Sie im Namen des Unternehmens handeln dürfen (LinkedIn-Hilfe: Seite erstellen). Die Seite selbst ist kostenlos.
Die Seite vollständig ausfüllen
LinkedIn schreibt, dass vollständig ausgefüllte Seiten rund 30 Prozent mehr wöchentliche Aufrufe bekommen als unvollständige. Dazu gehören:
- Logo: laut Hilfe mindestens 268 × 268 Pixel, empfohlen 400 × 400, als PNG oder JPEG bis 3 MB (LinkedIn-Hilfe: Bildgrößen). Dasselbe Logo wie auf Website, Schild und Fahrzeug.
- Titelbild: ein Bild aus dem Betrieb, etwa eine Arbeit oder das Team. Die aktuellen Maße stehen in der LinkedIn-Hilfe, sie haben sich in der Vergangenheit geändert.
- Info-Text: was Sie tun, für wen und wo, in den ersten zwei Sätzen. Dieselbe Regel wie für jeden Website-Text.
- Website, Branche, Standort, Unternehmensgröße: vollständig und mit denselben Angaben wie im Google-Profil und im Impressum.
Rollen: nie nur ein Admin
LinkedIn kennt mehrere Rollen für Seitenadministratoren (LinkedIn-Hilfe: Admin-Rollen):
- Super-Admin: alle Rechte, auch Admins hinzufügen und entfernen.
- Content-Admin: Beiträge und Veranstaltungen erstellen und verwalten.
- Analyst: nur die Statistiken ansehen.
LinkedIn rät ausdrücklich, weitere Super-Admins anzulegen, falls einer den Zugang verliert oder das Unternehmen verlässt. Das ist kein Detail: Hat nur ein ehemaliger Mitarbeiter Zugriff, kann es mühsam werden, die Seite zurückzubekommen. Unsere Empfehlung: Inhaber und eine zweite Person aus dem Betrieb als Super-Admin, eine Agentur höchstens als Content-Admin.
Was Sie posten können
Super- und Content-Admins können Text, Bilder, Videos und Dokumente posten (LinkedIn-Hilfe: Beiträge). Für einen kleinen Betrieb funktionieren erfahrungsgemäß:
- abgeschlossene Projekte, mit Einverständnis des Kunden, kurz erklärt: Aufgabe, Lösung, Ergebnis,
- Einblicke in Arbeit, Werkstatt und Team,
- Stellenangebote und Lehrstellen,
- Fachwissen in zwei, drei Absätzen, etwa die Antwort auf eine Frage, die Kunden oft stellen,
- Messen, Auszeichnungen, Jubiläen.
Eine feste Zahl, wie oft Sie posten sollen, nennt LinkedIn in der Hilfe nicht. Wichtiger als die Menge ist ein Rhythmus, den Sie über Monate halten. Wie man einen solchen Plan aufsetzt, steht im Social-Media-Artikel.
Follower gewinnen
- Mitarbeitende verknüpfen: Wer den Betrieb in seinem Profil unter Berufserfahrung einträgt, wird mit der Seite verbunden. Admins können niemanden manuell hinzufügen, und es kann laut LinkedIn bis zu 30 Tage dauern, bis die Zahl aktuell ist (LinkedIn-Hilfe: zugeordnete Mitglieder).
- Kontakte einladen: Seiten bekommen jeden Monat Einladungs-Credits, mit denen Admins ihre Kontakte einladen können, der Seite zu folgen. Wird eine Einladung angenommen, kommt der Credit zurück (LinkedIn-Hilfe: Einladungen).
- Überall verlinken: auf der Website, in der E-Mail-Signatur, im Angebot.
Die Statistiken lesen
Die Seiten-Statistiken zeigen unter anderem Inhalte, Follower, Besucher und wie oft die Seite in der Suche erscheint. Alle Admin-Rollen können sie sehen (LinkedIn-Hilfe: Seiten-Analytics). Einmal im Monat reicht ein Blick: Welche Beiträge wurden gelesen, kommen Follower aus der richtigen Region und Branche? Mehr zu Zahlen, die wirklich zählen, im Artikel Marketing-Erfolg messen.
Für Betriebe mit sehr unterschiedlichen Geschäftsbereichen gibt es Showcase-Seiten, eigene Unterseiten für eine Marke oder Sparte, bis zu 25 Stück (LinkedIn-Hilfe: Showcase-Seiten). Für die meisten kleinen Betriebe ist eine Seite genug.
Seite und Menschen: warum beides zählt
Nach unserer Erfahrung erreichen Beiträge, die ein Mensch teilt, oft mehr Leute als derselbe Beitrag von einer Firmenseite. Menschen folgen Menschen. Das spricht nicht gegen die Seite, sondern für ein Zusammenspiel: Die Seite ist der verlässliche Ort für alles, was der Betrieb sagt. Inhaber und Team teilen ausgewählte Beiträge mit einem eigenen Satz dazu.
Bei uns ist das so: Unser Geschäftsführer ist mit einem persönlichen Profil auf LinkedIn vertreten, und der Link dazu steht auch im Impressum.
Ein Installationsbetrieb sucht Lehrlinge
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Installationsbetrieb mit zwölf Mitarbeitenden legt eine LinkedIn-Seite an, vor allem, um Lehrlinge und Monteure zu finden. Inhaberin und Werkstattleiter werden Super-Admins. Die Seite bekommt Logo, Titelbild aus der Werkstatt und einen Info-Text, der Leistungen und Region nennt. Alle Mitarbeitenden mit LinkedIn-Profil tragen den Betrieb als Arbeitgeber ein.
Zweimal im Monat erscheint ein Beitrag: eine fertige Anlage, ein Lehrling im ersten Jahr, ein Blick in die Werkstatt. Die Inhaberin teilt jeden Beitrag mit einem persönlichen Satz. Nach einem halben Jahr bewerben sich zwei Lehrlinge, die den Betrieb über LinkedIn gefunden haben.
Aus unserer Sicht
Eine LinkedIn-Seite ist schnell angelegt und schnell vergessen. Eine Seite, deren letzter Beitrag zwei Jahre alt ist, wirkt schlechter als gar keine. Legen Sie sie darum nur an, wenn Sie wissen, wer sie pflegt. Und sorgen Sie dafür, dass sie aussieht wie der Rest Ihres Auftritts: dasselbe Logo, dieselben Farben, dieselbe Sprache. Wie alles zusammenpasst, zeigt unser Überblick Marketing für kleine Unternehmen.
Checkliste
- Passt LinkedIn zu Ihren Kunden oder Ihrer Personalsuche?
- Logo, Titelbild, Info-Text, Website und Standort vollständig?
- Mindestens zwei Super-Admins aus dem Betrieb?
- Impressum verlinkt?
- Mitarbeitende mit dem Betrieb verknüpft?
- Ein Rhythmus für Beiträge, den Sie halten können, und eine Person, die ihn hält?
- Einmal im Monat ein Blick in die Statistiken?
Häufige Fragen
Was kostet eine LinkedIn-Unternehmensseite?
Nichts. Laut LinkedIn-Hilfe lässt sich eine Unternehmensseite kostenlos anlegen. Kosten entstehen nur, wenn Sie Beiträge bewerben, Anzeigen schalten oder kostenpflichtige Zusatzfunktionen nutzen.
Was brauche ich, um eine LinkedIn-Unternehmensseite zu erstellen?
Ein persönliches LinkedIn-Profil mit echtem Namen und bestätigter E-Mail-Adresse, mehr als eine Verbindung zu anderen Mitgliedern und, bei neuen Konten, etwas Geduld: LinkedIn verlangt eine Wartezeit von mindestens einem Tag. Angelegt wird die Seite am Computer oder in der iOS-App.
Reicht eine Unternehmensseite, oder sollten auch Mitarbeitende posten?
Die Seite ist die Grundlage, aber nach unserer Erfahrung erreichen Beiträge von Inhaber und Team oft mehr Menschen, weil ihnen ihr eigenes Netzwerk folgt. Am besten wirkt beides zusammen: Die Seite liefert Inhalte, die Menschen im Betrieb teilen und kommentieren sie.
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