Content-Ideen für Handwerk und Dienstleister: Anlässe aus dem Betriebsalltag
„Was soll ich denn posten?“ Diese Frage hören wir oft. Die Antwort liegt meist im eigenen Betrieb: in den Aufträgen, den Fragen der Kunden, dem Material und der Jahreszeit. Man muss es nur festhalten.
16.10.2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Inhalte entstehen aus dem, was im Betrieb ohnehin passiert: Aufträge, Kundenfragen, Material, Team und Saison. Fotografieren Sie regelmäßig, sammeln Sie die Fragen Ihrer Kunden und planen Sie grob nach Jahreszeiten. Veröffentlichen Sie zuerst im Google-Profil und auf der Website, dann, wenn Zeit ist, auf Social Media. Und zeigen Sie Menschen und Kundenprojekte nur mit Einverständnis.
Welche Formate es gibt, Newsletter oder Blog, steht im Artikel Newsletter erstellen, wie man einen Redaktionsplan aufsetzt, im Artikel Social Media Marketing. Hier geht es um die Frage davor: Worüber schreibe ich? Stand: Oktober 2026.
Fünf Quellen, die jeder Betrieb hat
- Aufträge: Jedes abgeschlossene Projekt ist ein Beitrag. Aufgabe, Lösung, Ergebnis, in drei Sätzen und zwei Fotos.
- Kundenfragen: Was am Telefon immer wieder gefragt wird, interessiert auch andere. „Wie lange hält das?“, „Muss ich dafür zu Hause sein?“, „Was kostet das ungefähr?“
- Material und Werkzeug: Warum Sie dieses Material verwenden und kein anderes. Wie eine Maschine arbeitet. Was der Unterschied zwischen zwei Varianten ist.
- Team: Wer bei Ihnen arbeitet, ein neuer Lehrling, ein Jubiläum, eine bestandene Prüfung.
- Saison und Anlass: Was zu welcher Jahreszeit ansteht, siehe die Liste weiter unten.
Google fragt bei hilfreichen Inhalten, ob sie als Wissen aus erster Hand erkennbar sind (Google Search Central: Hilfreiche Inhalte). Genau das haben Handwerksbetriebe: echte Arbeit, echte Erfahrung, echte Fotos.
Ideen nach Jahreszeiten
Eine grobe Liste nach Jahreszeiten hilft, nicht jede Woche von vorn zu überlegen. Passen Sie sie an Ihr Gewerk an:
- Winter, Jahresbeginn: Rückblick auf die schönsten Projekte des Jahres. Was sich im Betrieb ändert. Für Installateure: Hinweis auf Förderungen, etwa den Kesseltausch, für den laut Sanierungsoffensive ab 4. Jänner 2027 wieder Anträge gestellt werden können (sanierungsoffensive.gv.at). Stand und Bedingungen vorher prüfen.
- Frühling: Saisonstart für Garten, Fassade und Außenarbeiten. Was jetzt geplant werden sollte. Lehrlingswettbewerbe, an denen eigene Lehrlinge teilnehmen, die Termine organisiert die Wirtschaftskammer je Bundesland.
- Sommer: Betriebsurlaub rechtzeitig ankündigen. Hitze und Sonnenschutz, Arbeiten, die im Sommer gut gehen. Ein Blick auf die Baustelle bei Sonnenaufgang.
- Herbst: Heizsaison, Wartung, was vor dem Winter erledigt sein sollte. Messen, auf denen Sie ausstellen. Neue Lehrlinge, die im Herbst anfangen.
- Advent und Jahresende: Danke an Kunden und Team. Öffnungszeiten über die Feiertage. Ein Bild der Weihnachtsfeier, wenn alle einverstanden sind.
Dazu kommen Anlässe, die nur Ihr Betrieb hat: ein Firmenjubiläum, ein neues Fahrzeug, eine neue Maschine, eine Auszeichnung.
Formate, die wenig Zeit kosten
- Vorher-nachher: zwei Fotos vom selben Standpunkt. Die einfachste und oft wirkungsvollste Form.
- Frage der Woche: eine Kundenfrage, eine kurze Antwort, ein Bild.
- 15-Sekunden-Video: ein Handgriff, der zeigt, wie es gemacht wird.
- Steckbrief: ein Teammitglied, drei Sätze, ein Foto.
- Projekt-Zusammenfassung: Aufgabe, Lösung, Ergebnis.
Wo die Inhalte hingehören
Zuerst ins Google Unternehmensprofil. Dort suchen Kunden aus der Region. Google bietet Beiträge in drei Arten an: „Aktuelles“, „Angebote“ und „Veranstaltungen“. Beiträge ohne Zeitraum werden nach sechs Monaten archiviert (Unternehmensprofil-Hilfe: Beiträge). Für Fotos empfiehlt Google JPG oder PNG zwischen 10 KB und 5 MB, scharf, gut ausgeleuchtet und ohne starke Filter, Videos bis 30 Sekunden. Die neuesten Medien werden zuerst angezeigt (Unternehmensprofil-Hilfe: Fotos und Videos).
Dann auf die Website. Projekte als Referenzen, Kundenfragen als eigene Absätze oder Seiten. Wie man daraus gute Texte macht, steht im Artikel Website-Texte schreiben.
Social Media als Ergänzung. Für Privatkunden oft Instagram, für Geschäftskunden und die Personalsuche die LinkedIn-Unternehmensseite. Ein Foto kann an allen drei Orten erscheinen, mit jeweils passendem Text.
Fotos von Menschen und Kundenprojekten
Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, aber ein wichtiger Hinweis. In Österreich schützt § 78 Urheberrechtsgesetz Bildnisse von Personen: Sie dürfen nicht veröffentlicht werden, wenn dadurch berechtigte Interessen der abgebildeten Person verletzt würden (RIS: § 78 UrhG). Die WKO weist darauf hin, dass dieser Schutz zusätzlich zur DSGVO gilt, dass eine Abwägung der Interessen nötig ist, und bietet eine Muster-Einverständniserklärung an (WKO: Fotografie und Werbung).
Für die Praxis heißt das: Erkennbare Personen, ob Mitarbeitende oder Kunden, nur mit Einverständnis zeigen, am besten schriftlich. Bei Kundenprojekten vor dem Veröffentlichen fragen, auch wenn niemand auf dem Bild ist, denn ein Haus oder eine Firma ist oft erkennbar. Hausnummern, Kennzeichen und private Gegenstände im Hintergrund lieber nicht zeigen.
Eine Malerei mit Fotoordner
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Eine Malerei mit fünf Mitarbeitenden postet unregelmäßig, weil am Freitag nie Fotos da sind. Die Lösung ist einfach: Auf jedem Diensthandy gibt es einen Ordner „Für Kunden“. Wer auf der Baustelle ist, macht vorher und nachher ein Foto vom selben Standpunkt, sofern der Kunde zugestimmt hat. Im Büro hängt eine Liste mit den Fragen, die Kunden am Telefon stellen.
Jeden Freitag wählt die Chefin ein Vorher-nachher und eine Kundenfrage aus. Das Bild kommt ins Google-Profil, die Frage mit Antwort auf die Website. Im Frühling ergänzt sie einen Beitrag zum Saisonstart, im Herbst einen zum Wetter, bei dem noch gestrichen werden kann. Der Aufwand: eine halbe Stunde pro Woche.
Aus unserer Sicht
Der beste Inhalt für einen Handwerksbetrieb ist der, den man ohnehin hat. Er muss nicht perfekt sein, aber echt und regelmäßig. Was oft hilft, ist ein fester Ablauf: wer fotografiert, wer auswählt, wann veröffentlicht wird. Wie Inhalte, Profil und Auftritt zusammenspielen, zeigen die Artikel Marketing für Handwerksbetriebe und unser Überblick Marketing für kleine Unternehmen.
Checkliste
- Gibt es einen Fotoordner, in dem alle Bilder für Kunden landen?
- Werden Kundenfragen gesammelt?
- Gibt es eine grobe Ideenliste nach Jahreszeiten?
- Wer wählt aus, und wann wird veröffentlicht?
- Kommen Inhalte zuerst ins Google-Profil und auf die Website?
- Liegt das Einverständnis von abgebildeten Personen und Kunden vor?
Häufige Fragen
Woher bekomme ich Ideen für Beiträge als Handwerksbetrieb?
Aus dem, was ohnehin passiert: abgeschlossene Aufträge, Vorher-nachher, Fragen, die Kunden immer wieder stellen, Material und Werkzeug, das Team, und die Saison. Eine Ideenliste nach Jahreszeiten macht das planbar, und ein Fotoordner am Handy sorgt dafür, dass Material da ist, wenn man es braucht.
Darf ich Fotos von Kunden und Baustellen veröffentlichen?
Zeigen Sie erkennbare Personen nur mit deren Einverständnis, am besten schriftlich. In Österreich schützt § 78 Urheberrechtsgesetz Bildnisse von Personen, zusätzlich zur DSGVO. Die WKO bietet dazu Informationen und eine Muster-Einverständniserklärung. Fragen Sie auch bei Projekten den Kunden, bevor Sie sein Haus oder seine Firma zeigen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Wo sollen Handwerker ihre Inhalte veröffentlichen?
Zuerst im Google Unternehmensprofil, als Foto oder Beitrag, weil dort die Kunden aus der Region suchen. Dann auf der Website, etwa als Referenz oder Antwort auf eine Kundenfrage. Social Media ist eine Ergänzung, wenn Zeit dafür da ist. Ein Inhalt kann an mehreren Orten erscheinen.
Keine Ideen, keine Zeit?
Wir setzen mit Ihnen einen einfachen Ablauf auf, der zu Ihrem Betrieb passt.
Kontakt aufnehmen