Marketing für Handwerksbetriebe: online gefunden, auf der Straße erkannt
Handwerksbetriebe werden in der Region gesucht und auf der Baustelle gesehen. Gutes Marketing verbindet beides: Wer Ihr Fahrzeug sieht, soll Sie online wiederfinden, und wer Sie online findet, soll Ihnen vertrauen.
16.10.2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Handwerksbetriebe werden lokal gesucht und auf der Baustelle gesehen. Online zählen ein vollständiges Google Unternehmensprofil, echte Bewertungen und eine Website mit einer Seite pro Leistung. Auf der Straße zählen Fahrzeug, Bauzaun und Arbeitskleidung. Wenn beides gleich aussieht, verstärkt es sich gegenseitig. Inhalte für Website und Social Media entstehen aus dem Betriebsalltag.
Dieser Artikel ist unser erster für eine bestimmte Branche. Den allgemeinen Überblick finden Sie in Marketing für kleine Unternehmen. Stand: Oktober 2026.
Klein, lokal, gefragt
Gewerbe und Handwerk ist die größte Sparte der österreichischen Wirtschaft. Laut Wirtschaftskammer zählte sie 2025 rund 251.600 Unternehmen, das sind knapp 45 Prozent der gewerblichen Wirtschaft. Rund 69 Prozent davon sind Ein-Personen-Unternehmen, und Betriebe mit Mitarbeitenden beschäftigen im Schnitt etwa zwölf Personen (WKO: Spartenprofil Gewerbe und Handwerk, PDF).
Das heißt: Die meisten Handwerksbetriebe haben weder eine Marketingabteilung noch viel Zeit. Marketing muss neben dem Tagesgeschäft funktionieren. Das geht, wenn man sich auf das konzentriert, was wirkt.
Online gefunden werden
Wer einen Installateur, Maler oder Tischler sucht, sucht meist bei Google, oft mit dem Ort dazu. Für lokale Ergebnisse berücksichtigt Google laut eigener Hilfe drei Dinge: Relevanz, also wie gut ein Profil zur Suche passt, Entfernung und Bekanntheit (Unternehmensprofil-Hilfe: Lokales Ranking). Was Sie beeinflussen können:
- Das Google Unternehmensprofil vollständig ausfüllen: richtige Kategorie, Leistungen, Fotos von echten Arbeiten. Betriebe, die zu den Kunden fahren, geben ein Einzugsgebiet an. Wer an der Geschäftsadresse keine Kunden empfängt, soll die Adresse laut Google aus dem Profil entfernen (Unternehmensprofil-Hilfe: Einzugsgebiet). Anleitung: Google Unternehmensprofil erstellen und pflegen.
- Eine Seite pro Leistung auf der Website: Badsanierung, Heizungstausch und Wartung sind drei Seiten, nicht ein Absatz. Wie die Texte klingen sollten, steht im Artikel Website-Texte schreiben.
- Überall dieselben Firmendaten: Name, Adresse und Telefonnummer gleich im Profil, auf der Website, im Impressum und auf dem Fahrzeug.
Bewertungen: das digitale Empfehlungsschreiben
Im Handwerk lebt man von Empfehlungen. Google-Bewertungen sind die Empfehlungen, die auch Fremde lesen. Google rät, Kunden direkt zu bitten, etwa über einen Link oder einen QR-Code. Anreize wie kostenlose oder vergünstigte Leistungen als Gegenleistung für Bewertungen sind laut Google streng verboten (Unternehmensprofil-Hilfe: Tipps für mehr Rezensionen).
Der beste Moment ist direkt nach dem Auftrag, wenn der Kunde zufrieden ist. Ein QR-Code auf Rechnung oder Visitenkarte macht es leicht, mehr dazu im Artikel QR-Codes in der Werbung. Und wenn doch einmal eine schlechte Bewertung kommt: Negative Google-Bewertung richtig beantworten.
Auf der Straße erkannt werden
Ein Handwerksbetrieb hat Werbeflächen, die andere Branchen nicht haben: das Fahrzeug, das jeden Tag durch die Region fährt, die Baustelle, an der Nachbarn wochenlang vorbeigehen, und die Arbeitskleidung, die Kunden im Haus sehen.
- Fahrzeug: Firmenname, Leistung in wenigen Worten, Telefonnummer und Webadresse, aus mehreren Metern lesbar. Weniger ist hier mehr. Mehr unter Fahrzeugbeschriftung.
- Baustelle: Ein Bauzaunbanner oder Schild mit Firmenname und Leistung zeigt allen in der Straße, wer hier arbeitet. Mit einem QR-Code auf die passende Leistungsseite wird daraus eine Einladung.
- Werkstatt oder Firmengelände: ein gut lesbares Schild, damit Kunden, die Sie auf Google Maps gefunden haben, Sie auch vor Ort finden.
- Arbeitskleidung: dasselbe Logo, dieselben Farben. Das wirkt professionell und schafft Vertrauen, wenn jemand ins Haus kommt.
Entscheidend ist, dass alles zusammenpasst. Wer am Fahrzeug ein anderes Logo sieht als auf der Website, zweifelt, ob es derselbe Betrieb ist. Die Grundlage dafür ist ein einheitliches Corporate Design.
Inhalte aus dem Betriebsalltag
Handwerksbetriebe haben, was viele andere suchen: sichtbare Ergebnisse. Vorher-nachher-Fotos, eine fertige Küche, ein Video, wie eine Fassade entsteht. Das eignet sich für das Google-Profil, die Website und, wenn Zeit ist, für Instagram. Wer Lehrlinge und Fachkräfte sucht, findet auf der LinkedIn-Unternehmensseite oft die passenden Leute. Zeigen Sie Projekte von Kunden nur mit deren Einverständnis.
Ein Dachdecker mit zwei Werbeflächen
Der Fall ist konstruiert, aber typisch. Ein Dachdeckerbetrieb mit sechs Mitarbeitenden bekommt seine Aufträge fast nur über Empfehlungen. Die Website ist alt, das Google-Profil zeigt eine falsche Telefonnummer, die Fahrzeuge tragen nur ein kleines Logo an der Tür.
In drei Schritten ändert sich das: Zuerst werden Profil und Website korrigiert, mit je einer Seite für Steildach, Flachdach und Dachfenster. Dann bekommen die Fahrzeuge eine Beschriftung mit Leistung, Telefonnummer und Webadresse, gut lesbar von hinten. Schließlich hängt an jeder Baustelle ein Bauzaunbanner im selben Erscheinungsbild, mit QR-Code zur Steildach-Seite. Nach jedem Auftrag bittet der Chef um eine Bewertung. Ob die Anfragen steigen, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr, und die Frage an neue Kunden, wie sie auf den Betrieb gekommen sind.
Aus unserer Sicht
Wir beschriften Fahrzeuge, fertigen Schilder und Bauzaunbanner und kümmern uns um Website und Google-Auftritt. Dabei sehen wir oft, dass Betriebe online und auf der Straße wie zwei verschiedene Firmen wirken. Das ist schade, denn gerade im Handwerk verstärken sich beide Welten: Wer Ihr Fahrzeug fünfmal gesehen hat, klickt eher auf Ihr Google-Profil. Was Sie davon selbst machen können und wo Hilfe sinnvoll ist, steht im Artikel Marketing selber machen oder Agentur?
Checkliste für Handwerksbetriebe
- Google-Profil vollständig, mit Einzugsgebiet und echten Fotos?
- Eine Seite pro Leistung auf der Website?
- Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich?
- Kunden nach jedem Auftrag um eine Bewertung gebeten, ohne Gegenleistung?
- Fahrzeug mit Leistung, Telefonnummer und Webadresse, aus der Entfernung lesbar?
- Baustelle, Werkstatt und Arbeitskleidung im selben Erscheinungsbild?
- Neue Kunden gefragt, wie sie auf den Betrieb gekommen sind?
Häufige Fragen
Welches Marketing brauchen Handwerksbetriebe?
Vor allem ein vollständiges Google Unternehmensprofil mit echten Bewertungen, eine Website mit einer Seite pro Leistung und einen Auftritt, der auf Fahrzeug, Baustelle und Arbeitskleidung gleich aussieht. Social Media kann ergänzen, ist aber für viele Betriebe nicht der erste Schritt.
Brauchen Handwerker ein Google Unternehmensprofil, auch ohne Geschäftslokal?
Ja. Betriebe, die zu den Kunden fahren, geben laut Google statt der Adresse ein Einzugsgebiet an. Wer an der Geschäftsadresse keine Kunden empfängt, soll die Adresse aus dem Profil entfernen. So erscheint der Betrieb trotzdem bei lokalen Suchen.
Wie bekommen Handwerker mehr Google-Bewertungen?
Indem sie zufriedene Kunden direkt darum bitten, am besten gleich nach dem Auftrag, mit einem Link oder QR-Code, etwa auf der Rechnung. Laut Google sind Anreize wie Rabatte oder Geschenke für Bewertungen streng verboten.
Ihr Betrieb soll online und auf der Straße gleich wirken?
Wir sehen uns Fahrzeug, Schild, Website und Google-Profil an und sagen Ihnen, wo Sie ansetzen sollten.
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